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Messerattacke auf Ehemann: Haftstrafe für 49-Jährige

Würzburg - Sie hatte auf eine Rettung ihrer Ehe gehofft. Als sie sich erneut betrogen fühlte, stach eine 49 Jahre Krankenpflegerin ihren Ehemann nieder. Jetzt muss sie für knapp drei Jahre hinter Gitter - aber nicht wegen Mordes, sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung.

Sie fühlte sich seit Jahren gedemütigt und betrogen - als sie ihren Ehemann erneut bei einem Seitensprung erwischte, stach sie wutentbrannt zu: Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke hat das Landgericht Würzburg am Freitag eine 49 Jahre alte Krankenpflegerin zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Sie hatte im Oktober 2009 ihren Ehemann mit einem Küchenmesser niedergestochen.

Das Gericht wertete die Tat - wie zuvor der Staatsanwalt in seinem Plädoyer - als gefährliche Körperverletzung. Den Vorwurf des versuchten Mordes ließ das Landgericht Würzburg hingegen fallen. “Sie sind keine Mörderin“, sagte der Vorsitzende Lothar Schmitt zu der Angeklagten. Die Tat müsse im Zusammenhang mit dem langen Leidensweg der Frau gesehen werden. “Aber dennoch gibt es eine Tat, die gesühnt werden muss“, fügte der Richter hinzu.

Die scheinbar intakte Ehe erhielt im Jahr 2001 den ersten Knacks, als einer der Söhne krank in der Klinik lag. Da eröffnete der Mann seiner nichts ahnenden Frau, dass eine andere Frau ein Kind von ihm erwarte. Er hatte ihr verschwiegen, dass das Verhältnis schon seit 1999 lief. Die Angeklagte, für die ihre Familie alles war, verzieh ihm.

Im Spätsommer 2008 kam es zum nächsten Bruch, als sich der Mann wegen einer anderen Frau von der 49-Jährigen trennte. Als sie schließlich drohte, sie würde sich deshalb umbringen, kehrte er kurz zurück, um sie am Valentinstag 2009 erneut zu verlassen. Diesmal schien die Trennung endgültig. Das Haus wurde verkauft, der Mann hatte wieder Kontakt zu seiner Geliebten.

Am 25. Oktober 2009 schickte diese der Ehefrau eine SMS: “Der Traummann ist wieder frei.“ Dieser Satz nährte bei der 49-Jährigen die Hoffnung auf Rettung ihrer Ehe. Ihr Mann versprach ihr, sich zum Frühstück zu treffen ­ um dies kurzfristig wieder abzusagen. In ihrer Wut fuhr sie zu ihm. Als sie dort die Geliebte ihres Mannes vorfand, kam es zu einer Rangelei mit ihrem Ehemann, bei dem sie diesem ein mitgebrachtes Küchenmesser in den Bauch rammte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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