Messerattacke auf Mutter: Entschuldigung unter Tränen

Nürnberg - Unter Tränen hat sich ein 45-Jähriger am Donnerstag vor Gericht bei seiner Mutter entschuldigt, die er im Streit mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt hatte.

“Es tut mir aufrichtig leid“, sagte der Metallfacharbeiter am ersten Tag seines Prozesses wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Die 65 Jahre alte Mutter nahm die Entschuldigung mit den Worten “du bleibst trotzdem mein Kind“ an. Der bei der Attacke unverletzt gebliebene Stiefvater des Mannes hingegen möchte mit dem mutmaßlichen Täter nichts mehr zu tun haben. Der 65 Jahre alte Stiefvater hatte den damals sechs Monate alten Säugling an Kindes statt angenommen. Als Erwachsener lebte der Sohn jahrelang mit seiner fünfköpfigen Familie im Haus seiner Eltern in Winkelhaid (Landkreis Nürnberger Land).

Da es wiederholt zu Streitereien über Kindererziehung und Lärmbelästigung kam, zog er 1994 aus, kehrte aber nach seiner Scheidung mit den drei Kindern und einer neuen Lebenspartnerin zurück. Am 12. September 2009 gab es laut Anklage erneut Streit wegen zu lauter Musik. Kurz vor Mitternacht beschwerten sich die Eltern und drohten ihrem Sohn, ihn aus dem Haus zu werfen. Während die beiden Rentner auf der Terrasse eine Zigarette rauchten, holte der betrunkene und unter Beruhigungsmitteln stehende Mann aus seiner Wohnung ein Kampfmesser. Er kehrte ins Erdgeschoss zurück und stach im Wohnzimmer auf seine Mutter ein. Sie erlitt lebensgefährliche Verletzungen am Oberkörper.

Anschließend griff er auf der Terrasse seinen Stiefvater an, der den 45-Jährigen aber mit einem Besenstiel abwehren konnte. Nachdem Hilferufe einen Nachbarn alarmiert hatten, flüchtete der Sohn. Er wurde kurz darauf festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

dpa

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