Messerattacke im Maisfeld: Das Geständnis!

Traunstein - Im Prozessauftakt um den Mordversuch eines rückfälligen Sexualverbrechers an einer 16-Jährigen hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt.

Mit einem Geständnis hat vor dem Landgericht Traunstein der Prozess gegen einen rückfälligen Sexualstraftäter wegen Mordversuchs an einer 16-Jährigen begonnen. Der 40-Jährige gab am Dienstag zu, dem Mädchen im Juli 2009 in einem Maisfeld im oberbayerischen Töging a. Inn aufgelauert zu haben, um es zu vergewaltigen und anschließend zu ermorden. Mit seinem Geständnis - zeitweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit - ersparte der rückfällige Sexualverbrecher dem Opfer eine Aussage vor der Jugendkammer.

Täter durch Ringfahndung gefasst

Bei seiner Vernehmung sagte der 40-Jährige, für seine Tat gebe es keine Entschuldigung. Dennoch tue ihm unendlich leid, was er dem Mädchen angetan habe. Der Vater der Schülerin verfolgt den Prozess als Nebenkläger. Der Fall des Wiederholungstäters hatte im vergangenen Sommer zu einer politischen Kontroverse über die Unterbringung von Sexualstraftätern geführt.

Der mutmaßliche Täter lauerte seinem Opfer am Nachmittag des 21. Juli 2009 nahe einer Autobahn auf. Er hatte zuvor ausgespäht, dass das Mädchen regelmäßig mit dem Rad zu einem Reiterhof fuhr. Am Tattag zwang er die 16-Jährige mit vorgehaltenem Messer, ihm in ein Maisfeld zu folgen. Dort verging er sich an der Schülerin, wie er gestand. Danach stach er mit einem Messer fast 30 Mal in Hals und Nacken des Mädchens, ehe er es mit mehreren Litern Spiritus übergoss. Er zündete die Kleidung aber nicht an. Die lebensgefährlich Verletzte konnte mit ihrem Handy Hilfe holen und wurde durch eine Notoperation gerettet. Der mutmaßliche Täter wurde bei einer Ringfahndung gefasst.

Urteil am 31. März

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte nach Bekanntwerden des Falles im vergangenen Sommer schwere Versäumnisse der Justiz gerügt. Es sei falsch gewesen, den Vergewaltiger nicht dauerhaft in der geschlossenen Abteilung einer Nervenklinik zu lassen, lautete die Kritik Herrmanns am damals zuständigen Landgericht Saarbrücken. Der Sexualstraftäter sei “als hochgefährlich und hoch rückfallgefährdet eingestuft“ gewesen, wechselte aber in den normalen Strafvollzug.

Das Gericht erklärte jedoch seinerzeit, mangels gesetzlicher Handhabe habe die Strafvollstreckungskammer den Mann “im Bewusstsein der bestehenden Gefährlichkeit“ und “sehenden Auges“ in den Strafvollzug schicken müssen, damit er seine Restrafe absitzt. Im Oktober 2008 kam er auf freien Fuß, blieb aber unter sogenannter Führungsaufsicht unter anderem mit polizeilicher Meldepflicht.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Taucher suchten schon nach der Vermissten: Judith (14) lebt
Aufatmen in Niederbayern! Judith Maria R. lebt. Sie war seit Sonntag vermisst worden. Die Polizei suchte mit einem Foto nach der 14-Jährigen. Zudem waren am Montag …
Taucher suchten schon nach der Vermissten: Judith (14) lebt
Vermisste Sophia: Von Lkw-Fahrer entführt?
Von Sophia Lösche (28) aus Amberg fehlt jede Spur. Die junge Frau, die derzeit in Leipzig lebt, wollte vergangenen Donnerstag von Sachsen aus zu ihrer Oberpfälzer …
Vermisste Sophia: Von Lkw-Fahrer entführt?
Erste Grobpläne für neue Gleise Richtung Brenner - Kritik von Bürgern
Mehr Güter auf die Schiene, das soll endlich den Lkw-Verkehr über den Brenner verringern. Doch der Bau neuer Gleise ist im Inntal umstritten. Wer will schon, dass …
Erste Grobpläne für neue Gleise Richtung Brenner - Kritik von Bürgern
Lkw-Fahrer rastet aus und greift zwei Polizisten an
Ein Lkw-Fahrer ist bei einer Kontrolle völlig ausgerastet. Er wurde bei einem Verstoß erwischt und griff deshalb zwei Polizisten an. Die wurden verletzt.
Lkw-Fahrer rastet aus und greift zwei Polizisten an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.