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Rockergangs wie die „Bandidos“ sind immer wieder in Schlägereien verwickelt.

Blutnacht: Schlägerei zwischen Rockern

Straubing - Blutige Krawalle statt stille Nacht: In Straubing haben sich am zweiten Weihnachtsfeiertag die verfeindeten Rockergruppen „Bandidos“ und „Gremium“ eine heftige Schlägerei geliefert.

Straubing – Es ist kurz nach 1 Uhr am zweiten Weihnachtsfeiertag, als bei der Einsatzzentrale am Polizeipräsidium Niederbayern ein Notruf eingeht. „Am Platzl“ – einer beliebten Einkaufsstraße im Herzen Straubings – ist eine größere Schlägerei im Gange, heißt es. Wenig später stellt sich heraus: Von einer normalen Schlägerei kann keine Rede sein. Vielmehr liefern sich bis zu 30 Mitglieder der verfeindeten Rockergruppen „Bandidos“ und „Gremium“ eine wüste Prügelei – Blut fließt.

Die Beamten reagieren sofort: Der Tatort „Am Platzl“ wird weiträumig abgesperrt. Eine großangelegte Fahndung nach Verdächtigen eingeleitet. Die Polizei nimmt wenig später mehrere Personen fest. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürften an der Auseinandersetzung 15 Personen jedes Motorradclubs beteiligt gewesen sein.

Fest steht auch: Bei den Krawallen kamen Messer zum Einsatz. Dabei erlitt ein 42-jähriges Mitglied des MC Gremium eine Schnittverletzung im Gesicht, ein 44-jähriges Mitglied des MC Bandidos eine Schnittwunde am Oberarm. Beide mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, konnten die Klinik am frühen Sonntagnachmittag aber wieder verlassen. Wer den Opfern die Verletzungen zugefügt hat, ist offen.

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Ebenso wie die Frage, wer in welcher Form bei bei der gewaltsamen Auseinandersetzung mitwirkte und was die Motivation der Beteiligten war. Nach Polizeiangaben hüllen sich die Beteiligten dazu in Schweigen. Die Kripo Straubing arbeitet aber zusammen mit der Staatsanwaltschaft Regensburg weiter mit Hochdruck an dem brisanten Fall.

Brutale Auseinandersetzungen zwischen Rockern gibt es in Bayern – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – eher selten. Hintergrund der aktuellen Geschehnisse könnte ein seit längerem schwelender Streit zwischen den beiden Gruppierungen sein. Auslöser waren Übertritte ehemaliger Mitglieder der Straubinger Ortsgruppe des „Gremium MC“ zu den „Bandidos“. Damit befasste sich sogar der bayerische Verfassungsschutz in seinem Halbjahres-Bericht 2010. Schon damals drohte die Situation zu eskalieren. Erst nach langen Verhandlungen konnte eine Auseinandersetzung verhindert werden. In der Folgezeit traten aber immer wieder Mitglieder der „Bandidos“ im Gebiet der Gremium-Gruppe auf. Eine Provokation, die Deutschlands größter Motorradclub nicht auf sich sitzen ließ und mit einer bundesweiten Mobilisierung beantwortete. Wieder drohte die Situation zu eskalieren. Umfangreiche Polizeimaßnahmen sowie eine Vereinbarung der „Bandidos“ mit den Chefs des Gremium-Klubs, nicht mehr in dieser Region aufzutreten, sorgten für Entspannung. Dieses Abkommen könnte nun gebrochen worden sein.

Von Thomas Fritzmeier

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