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Jürgen H. sitzt am Dienstag im Gerichtssaal des Landgerichts in Regensburg .

Angeklagter schweigt zu Prostituiertenmord von 1990

Regensburg - Zu Beginn des Prozesses um den Raubmord an einer Regensburger Prostituierten vor fast 19 Jahren hat der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen.

Der Mann muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Laut Anklage hat er im September 1990 die 35-jährige Frau erwürgt, um ihr 400 bis 500 Mark Bargeld zu stehlen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen heimtückischen Mord aus Habgier vor. Der mehrfach vorbestrafte 42 Jahre alte Mann war erst im Oktober 2008 aufgrund neuer DNA-Spuren festgenommen worden. Bei der Kripo hat er das Verbrechen gestanden.

Der Verteidiger des 42-Jährigen will allerdings erreichen, dass mehrere Polizei-Vernehmungen wegen angeblicher Ermittlungsfehler in dem Prozess nicht verwendet werden dürfen. Der Rechtsanwalt bemängelt, dass sein Mandant damals zunächst als Zeuge und nicht als Beschuldigter vernommen worden sei. Später seien die Verhöre dann fortgesetzt worden, obwohl der 41-Jährige sich nur noch mit einem Anwalt an seiner Seite habe äußern wollen.

Die Regensburger Kripo hatte den ungelösten Mordfall im vergangenen Jahr noch einmal aufgerollt. An zwei am Tatort sichergestellten Zigarettenkippen und einem Bettlaken wurden dabei Genspuren des 42-Jährigen entdeckt. Die Fingerabdrücke des Mannes waren in dem Appartement der Prostituierten auch an einem Trinkglas. Die Ermittler kamen dann auf den 42-Jährigen, weil dessen genetischer Fingerabdruck wegen früherer Straftaten beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) gespeichert war.

Der im oberpfälzischen Cham aufgewachsene Mann wurde schließlich in Nürnberg festgenommen, nachdem er erst kurze Zeit zuvor aus der Justizvollzugsanstalt Hof entlassen worden war.

Laut Anklage hatte der 42-Jährige zunächst die Dienste der Prostituierten in Anspruch genommen. Dann habe der Freier der 35-Jährigen eine Messingvase über den Kopf geschlagen und ihr ein Messer in den Rücken gerammt. Anschließend habe er das schwer verletzte Opfer mit den Händen und einem Gürtel erwürgt, um dann das in einer Dose in der Küche versteckte Geld an sich zu nehmen. Für den Prozess sind mindestens drei weitere Verhandlungstage eingeplant, das Urteil wird frühestens im Juli verkündet.

Da der Verteidiger erst kurz vor dem Gerichtstermin das psychiatrische Gutachten über den 42-Jährigen erhalten hat, will die Strafkammer dem Rechtsanwalt bis Mitte Juni Zeit zur Einarbeitung geben. Erst danach soll mit der Beweisaufnahme im Detail begonnen werden. Der Anwalt ließ offen, ob sich sein Mandant im Laufe des Prozesses zu den Anschuldigungen äußern wird.

dpa

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