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Poesie ohne Uranstaub fordern zwei Sprecher einer Initiative

Atomkonzern als Sponsor: Druck auf Poetenfest wächst

Erlangen - In der Debatte um umstrittene Gelder eines Atomkonzerns für das Erlanger Poetenfest gerät die Stadt Erlangen unter Druck atomkraftkritischer Literaturfreunde.

Bei einer Diskussion am Rande des diesjährigen Poetenfestes riefen am Samstag Teilnehmer die Veranstalter dazu auf, sich endlich vom Sponsor Areva zu trennen. Andernfalls drohe womöglich ein Boykott der deutschen Literaten-Szene. “Gehen wir einfach mal das Experiment ein: Areva bleibt Sponsor. Mal sehen wie viele Autoren nächstes Jahr noch kommen“, sagte ein Diskussionsteilnehmer.

Vielen Autoren hätten von der Areva-Unterstützung bisher nichts gewusst. Andere Diskussionsteilnehmer widersprachen zugleich der Aussage der Poetenfest-Veranstalter, das Areva-Engagement sei nie infrage gestellt worden. Tatsächlich habe es Protestschreiben und Unmutsäußerungen von Besuchern gegeben. Sie seien in der Öffentlichkeit nur kaum wahrgenommen worden.

Das französische Unternehmen Areva baut weltweit Atomkraftwerke, seine Deutschlandzentrale ist in Erlangen. Areva will das wichtige deutsche Literaturfestival weiter finanziell unterstützen. “Wir waren jetzt sieben Jahre lang ein zuverlässiger Partner des Poetenfestes. Wir fänden es schade, wenn Areva nicht mehr Sponsor wäre“, sagte Areva-Kommunikationschef Mathias Schuch. Auf die Inhalte des Poetenfestes habe Areva nie Einfluss genommen.

Die Stadt Erlangen hält sich über ihr weiteres Vorgehen bedeckt. Kulturreferent Dieter Rossmeissl (SPD) sagte, die Stadt werde sich im kommenden Jahr mit Areva und Gegnern des Sponsor-Engagements unterhalten. “Das Ergebnis wissen wir nicht.“ Zuvor hatte Stephan Kolb von der Initiative “Poesie gegen Uranstaub“ erneut einen Verzicht auf das finanzielle Areva-Engagement gefordert. Die Initiative hatte die Diskussion angestoßen.

dpa

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