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Die Polizei warnt davor, Getränke aus den Augen zu lassen (Symbolfoto)

Schon wieder zwei Mädchen (16, 17) Opfer von K.o.-Tropfen – Polizei warnt

Betäubt und vergewaltigt!

Bad Reichenhall - Ihre Neugierde hat ein 17-jähriges Mädchen fast mit dem Leben bezahlt. Gemeinsam mit einer Freundin sitzt sie vergangenen Sonntag am Rathausplatz in Bad Reichenhall.

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Beide genießen eine der letzten warmen Sommernächte. Später stößt ein Bekannter (25) dazu. Er bietet ihnen die Droge „Liquid Ecstasy“ an, auch bekannt als K.o.-Tropfen. Vielleicht aus Neugierde, vielleicht aus Abenteuerlust, nimmt das Mädchen das gemixte Getränk an. Wenige Sekunden später ringt die 17-Jährige mit dem Tod.

Eine tödliche Dosis an Gamma-Butyrolacton (GBL) war in dem Getränk. Noch in der Nacht muss das Mädchen zweimal reanimiert werden. Sie fällt ins Koma.

Bis Donnerstag lag die 17-Jährige in der Klinik. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, weiß niemand. „Wir hoffen es nicht“, sagt Polizeisprecher Fritz Braun. Das Mädchen habe wahnsinnig viel Glück gehabt. Der Sprecher ist in größter Sorge. Nicht nur, weil das Mädchen leichtsinnig die Droge nahm, sondern weil es kein Einzelfall ist!

Zwei Tage vor dem schrecklichen Unglück verlässt eine 16-Jährige gegen Mitternacht ein Lokal in der Reichenhaller Innenstadt. Auf ihrem Heimweg trifft sie einen Bekannten. Laut Polizei der gleiche 25-jährige Täter wie zwei Tage später. Gemeinsam setzen sie sich auf eine Parkbank. Im Verlauf des Gesprächs bietet ihr der 25-Jährige ein gemixtes Getränk an, das eine drogenähnliche Wirkung habe. Das Mädchen ist neugierig und trinkt davon. Dann wird sie bewusstlos. Erst kurz nach 6 Uhr morgens erwacht sie mit Verletzungen am ganzen Körper. Ihr erster Gedanke: eine Vergewaltigung! Bei der ärztlichen Untersuchung erhärtet sich der Verdacht eines sexuellen Übergriffs.

Beide Fälle werden bei der Polizei angezeigt. Auch wenn der Täter der Polizei bekannt ist, wird es laut Fritz Braun schwierig, ihm die Taten nachzuweisen. Aber nicht nur das: Die Entwicklung insgesamt bereitet der Polizei Sorgen. Sie warnt davor, Getränke aus den Augen zu lassen. Man solle nur von vertrauten Personen Getränke annehmen. Zudem sollten Freunde aufeinander achtgeben.

AW

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