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Demjanjuk bei seiner Einlieferung in das Gefängnis Stadelheim vor zweieinhalb Wochen.

Demjanjuk nach Klinikbehandlung wieder im Gefängnis

München - Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk ist nach einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt in die Münchner Haftanstalt Stadelheim zurückgebracht worden.

Der 89-Jährige sei wegen eines Gichtanfalls im nahe gelegenen Krankenhaus Harlaching von Sonntag bis Dienstagnachmittag behandelt worden, sagte sein Anwalt Günther Maull am Mittwoch.

Nunmehr würden die bereits geplanten Untersuchungen seines Mandanten fortgesetzt. "Das sind die Untersuchungen, die angeordnet und in die Wege geleitet sind zum Zwecke der Begutachtung seiner Verhandlungsfähigkeit." Denn wenn Demjanjuk nicht verhandlungsfähig sein sollte, mache auch eine Anklage keinen Sinn.

"Die Staatsanwaltschaft kann keine Anklage machen, solange er noch nicht vernommen worden ist - und wenn er nicht verhandlungsfähig ist." Er rechne bis Ende der Woche mit einem Abschluss der Untersuchungen, sagte Maull. Wann das ärztliche Gutachten vorliege, könne er aber nicht sagen.

Der gebürtige Ukrainer Demjanjuk soll 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet und die Menschen in die Gaskammern getrieben haben.

Seit seiner Abschiebung aus den USA vor zweieinhalb Wochen sitzt er in München in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München will so schnell wie möglich Anklage gegen ihn erheben. Maull sagte, er rechne mit einem möglichen Prozessbeginn nicht vor Ende September.

dpa

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