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Funda S. sollte verheiratet werden, Mikdat S. brachte seine Tochter um.

Ehre verletzt: Da brachte der Vater die Tochter um

Ergoldsbach - Nach acht Jahren hat die türkische Polizei den Mörder der 18-jährigen Funda S. gefasst. Sie war in Ergoldsbach (Kreis Landshut) getötet worden. Die Auslieferung des Täters nach Deutschland ist unwahrscheinlich.

Acht Jahre nach dem Mord an der 18-jährigen Funda S. in Ergoldsbach (Kreis Landshut) hat die türkische Polizei den Täter gefasst – es ist der Vater des Mädchens. Der heute 49-Jährige Mikdat S. sah offenbar seine Ehre beschmutzt.

Der Mord war das grausame Ende einer tragischen Liebesgeschichte. Funda S., die als Friseurin arbeitete, war schon länger in einen 20-Jährigen verliebt. Der war laut Aussagen von Bekannten in seiner arrangierten Ehe unglücklich. Auch Fundas Vater hatte bereits einen Ehemann für sie ausgesucht, sie sollte sich möglichst bald in Ankara mit ihrem Cousin verloben. Die junge Frau konnte ihren Vater aber zunächst dazu überreden, etwas zu warten. Sie wolle erst ihre Gesellenprüfung ablegen. Doch es kam zum großen Streit, Funda brannte durch.

Über das Handy ihres Freundes soll der Vater wieder Kontakt mit ihr bekommen haben. Mikdat S. soll ihr versprochen haben, dass sie mit ihrem Geliebten zusammenbleiben dürfe. Die Tochter glaubte ihm und kehrte zurück – das war ihr Todesurteil. Der Vater fuhr mit ihr in ein Waldstück, erdrosselte sie mit einem Kabel und stach ihr mit einem Messer in Bauch und Brust. Danach rief er seine Frau an und gestand ihr das Verbrechen. Die Mutter verständigte die Polizei. Eine Fahndung verlief aber ergebnislos.

Schon damals ging man davon aus, dass der Mörder in die Türkei geflüchtet war. Trotz internationalem Haftbefehl blieb Mikdat S. verschollen – bis jetzt. Die Staatsanwaltschaft Landshut prüft einen Auslieferungsantrag, allerdings wird dem Vater wohl in der Türkei der Prozess gemacht.

Von Walter Schöttl

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