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Entflohener Häftling verblüfft mit Kletterkünsten

Nürnberg - Es war ein Gefängnisausbruch wie im Kino: Ein wegen Tötungsverdachts einsitzender Abschiebehäftling ist in Nürnberg eine glatte Hauswand hochgeklettert, hat ein vorspringendes Dach überwunden, sich durch Stacheldraht gekämpft und ist zweimal je sieben Meter in die Tiefe gesprungen.

"Dass der das alles so weggesteckt hat, grenzt an ein Wunder", sagte Gefängnisleiter Hans Welzel am Montag. Doch die Freiheit währte für den 26-Jährigen nur kurz: Nach einer halben Stunde hatten ihn Polizisten wieder eingefangen.

Die Flucht des gefährlichen Gefangenen am Sonntag sei die erste in Jahrzehnten gewesen, die geglückt sei, sagte Welzel. "Der ist quasi an einer glatten Wand zwölf Meter hochgeklettert." Dazu habe er sich wahrscheinlich in einer Ecke verspreizt und an den vereinzelten Fenstergittern hochgezogen.

Nachdem er den Dachvorsprung überwunden hatte, zwängte sich der Mann durch besonders scharfen Stacheldraht und sprang auf ein sieben Meter tiefer liegendes Flachdach - mitten hinein in weitere Stacheldrahtrollen. Auf diesem Dach sah ihn eine Anwohnerin aus ihrer Dachgeschosswohnung und alarmierte die Polizei. Doch bevor die Beamten eintrafen, sprang der Fliehende weitere sieben Meter in die Freiheit. "Da sieht man die Fußabdrücke", schilderte Welzel.

Die Polizisten suchten nach eigenen Angaben mit Hunden und einem Hubschrauber nach dem Flüchtenden. Fündig wurde eine Gruppe auf dem Weg zum Fußballeinsatz in Fürth - der Gesuchte hatte sich im Gebüsch des Mittelstreifens eines Schnellwegs versteckt. Beim Anblick der Polizisten ging der 26-Jährige sofort stiften, die Beamten rannten hinterher und gaben mehrere Warnschüsse in die Luft ab. Letztlich ließen sich die Polizisten von einem angehaltenen Autofahrer mitnehmen, so dass sie den Rennenden einholen und festnehmen konnten.

dpa

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