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Der Angeklagte mit seinem Verteidiger am ersten Prozesstag.

Freundin zerstückelt: Angeklagter hat Erinnerungslücken

Kempten - Der wegen Mordes an seiner Freundin angeklagte Michael K. hat am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Kempten ein Teilgeständnis abgelegt. Der Zeitsoldat will Erinnerungslücken haben.

Der 28 Jahre alte ehemalige Zeitsoldat aus Füssen soll im August 2008 die 23-Jährige erwürgt und ihre Leiche in der Badewanne der gemeinsamen Wohnung zerstückelt haben. Danach vergrub er die Leichenteile im Wald. Vor Gericht räumte Michael K. die Tat ein, sagte aber, er könne sich nicht erinnern, wie und warum er die Frau erwürgt habe. "Als ich zu mir kam, lag sie plötzlich neben mir, meine Hände waren an ihrem Hals." Er habe sogar noch versucht, sie wiederzubeleben.

Bilder vom Prozess

Prozess: Freundin erwürgt und zerstückelt

Die Staatsanwaltschaft vermutet als Motiv für die Tat die Trennung der in Thailand geborenen Frau von ihrem Lebensgefährten. Sie soll wenige Wochen zuvor einen anderen Mann kennengelernt und mit ihm intimen Kontakt gehabt haben. Dem Angeklagten hatte sie von der Beziehung erzählt. "Sie hat mir gesagt, dass sie mit einem anderen Kerl im Bett war. Das hat mich natürlich getroffen." Dennoch sei es darüber nicht zum Streit, sondern zu einer Aussprache mit anschließender Versöhnung gekommen. "Ich war glücklich, wir haben gemeinsam Pläne für die Zukunft geschmiedet."

Warum die 23-Jährige diesen Tag nicht überlebte, kann sich der Angeklagte heute nicht erklären. Ein Pilzsammler hatte eine Woche nach der Tat in einem Waldstück bei Füssen einen Plastiksack mit einer Leiche entdeckt, der Kopf, Arme und Beine fehlten. Als die Ermittler drei Tage später den Lebensgefährten festnahmen, führte er die Beamten zu den Verstecken der noch fehlenden Leichenteile. An vier verschiedenen Stellen rund um Füssen und Schwangau hatte er die in blaue Müllsäcke gehüllten Beine, Arme und den Kopf der Leiche vergraben. Den Wald habe er bewusst als letzte Ruhestätte für seine Freundin gewählt, sagte der Angeklagte vor Gericht. "Wir haben uns versprochen, wenn einem von uns mal etwas passiert, dass sich der andere um die Beerdigung kümmert."

Weil K. keinen Führerschein besitzt und die Leiche nur mit dem Fahrrad transportieren konnte, habe er sie in Stücke teilen müssen. Dazu habe er zuvor im Internet nach einer Anleitung zum Zerlegen von Leichen gesucht.

Das Gericht hat für den Prozess drei Verhandlungstage angesetzt. Elf Zeugen und vier Sachverständige sollen bei der Klärung helfen, ob es sich bei der Tat um Mord oder Totschlag handelt.

dpa

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