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Werner M. bei Prozessauftakt.

Herrmann-Prozess: Angeklagter bleibt in Haft

Augsburg - Der Angeklagte im Prozess um die Entführung der kleinen Ursula Herrmann bleibt in Haft.

Das Landgericht Augsburg lehnte einen Antrag ab, den Haftbefehl wegen mangelnden Tatverdachts aufzuheben. Die Entscheidung war den Prozessbeteiligten schriftlich zugestellt worden, wie ein Verteidiger am Donnerstag sagte. Zur Begründung hieß es, wesentliche Beweise seien in dem Verfahren noch nicht vorgelegt und behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft hält einen dringenden Tatverdacht des Beschuldigten nach wie vor gegeben. Der 59-Jährige ist mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge angeklagt.

Er soll im September 1981 die zehnjährige Ursula entführt und in eine im Wald vergrabene Holzkiste gesperrt haben, in der das Mädchen erstickte. Ursula war 19 Tage nach ihrem Verschwinden tot gefunden worden. Inzwischen waren bei ihren Eltern Erpresserbriefe und Erpresseranrufe eingegangen, an denen die Frau des Angeklagten beteiligt gewesen sein soll. Beide bestreiten seit Prozessbeginn die Tat.

Am Donnerstag konnte eine wichtige Zeugin wegen hohen Alters und Krankheit nicht vor Gericht erscheinen. Es wurden Protokolle über die Befragung eines Bekannten des Angeklagten verlesen, der in einer Vernehmung gesagt hatte, er habe für den mutmaßlichen Entführer ein Loch im Wald gegraben. Später hatte der Mann diese Angaben widerrufen. Er ist 1992 gestorben. Aus den verlesenen Protokollen ergab sich, dass der Mann von sechs Zeugen gesehen worden war, wie er mit einem an seinem Mofa befestigten Spaten Fahrten in der Umgebung der späteren Fundstelle des toten Mädchens machte. Er will den Spaten damals lediglich seinen Schwiegereltern gebracht haben. Auf die Vorhaltung, er widerspreche sich, hatte der Mann geantwortet, wenn ihm die Wahrheit nicht geglaubt werde, müsse er eben eine "Lüge auftischen".

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