Die 45-Jährige bekam ein Baby - von der Schwangerschaft hatte sie nichts bemerkt (Symbolbild).

Riesen-Überraschung für Frau (45) aus Oberfranken

Es war kein Tumor, sondern ein Baby!

Ebersdorf - Es gibt Geschichten, die glaubt man erst nicht. Eine 45-Jährige dachte, sie habe einen Tumor. Dabei war sie schwanger.

Zum Beispiel, wenn eine Frau sagt, sie habe ihre Schwangerschaft neun Monate lang nicht bemerkt. „Das gibt es nicht!“, sagt man da. Kerstin Frank aus Ebersdorf in Oberfranken, bereits Mutter von drei Kindern (16, 18 und 24), hätte das bis vor Kurzem auch gesagt. Jetzt wurde sie eines Besseren belehrt.

Die 45-Jährige brachte Ende April ihren Sohn Torben zur Welt: 2800 Gramm schwer, 52 Zentimeter groß und putzmunter. Wie das Coburger Tageblatt berichtet, vermuteten die Ärzte noch zwei Stunden vorher einen Tumor im Bauch der Mutter. Das Gerücht, sie sei schwanger, hatte sich schon einige Zeit unter ihren Arbeitskollegen gehalten, berichtet Kerstin Frank. Doch ihrer Chefin versichert die kaufmännische Angestellte noch am Freitag vor dem Geburtssonntag: Nein, ihre Familienplanung sei abgeschlossen.

Am nächsten Tag gehen Kerstin Frank und ihr Lebensgefährte Thomas Donau, der selbst drei Kinder aus einer früheren Beziehung hat, wie üblich zum Kegeln. Da bemerkt Kerstin einen starken Harndrang. Als ihre Hose nass wird, denkt sie an eine Blasenschwäche, geht nach Hause, zieht sich um und kommt wieder zurück. „Wir haben dann noch bis Mitternacht weitergekegelt.“ Am Morgen erwacht sie mit Bauchschmerzen und Blut im Urin. „Mir ging es nicht gut und ich sagte zu Thomas, vielleicht sollten wir doch zum Arzt gehen. Vielleicht ist es eine Blasenentzündung.“

Nach den ersten Untersuchungen und dem Abtasten des Unterbauchs kommt dort der Schock: Es handle sich um ein gynäkologisches Problem. Die Ärztin tippt auf einen Tumor! Aber keine Panik, die Größe deute auf etwas Gutartiges hin. Sofort fährt das Paar ins Klinikum Coburg. Vorgesprächen auf eine eventuelle Tumorerkrankung folgt dort die Ultraschalluntersuchung. Eine Ärztin sagt: „Entwarnung. Ich kann Sie beruhigen. Sie haben keinen Tumor, aber Sie bekommen ein Kind – wohl auch noch heute.“ Kerstin Frank denkt an einen Scherz. „Ich wusste gar nicht mehr, was los war, was ich fühlen sollte.“

Thomas Donau glaubt es nicht. „Erst, als die Ärzte den Oberschenkel vermessen und ihn mir am Ultraschall gezeigt haben, wurde es mir klar.“ Sofort geht es in den Kreißsaal. Der Kopf des kleinen Buben liegt schon im Geburtskanal. Drei Presswehen, und Kerstin Frank und Thomas Donau sind glückliche Eltern eines gesunden Buben. Sie fühlen sich „einfach überrumpelt“. Aber die Freude überwiegt.

Thomas Donau hat die Aufgabe, die gute Nachricht den Eltern und Kindern zu verkünden. Glauben kann es erst niemand. Am Abend sitzt er mit Kerstins Mutter bei einem Bockbier zusammen. „Wir tranken auch ein paar Schnäpschen“, grinst der Fachagrarwirt. Strampelanzüge, Hemdchen, Bodys – all das kauft der 43-Jährige am nächsten Tag zusammen mit der stolzen Oma. Am Nachmittag steht auch der Name fest – ausgesucht aus einem Namensbuch im Klinikum: Torben Donau.

Derweil holt Oma Ulla den Stubenwagen ihrer drei großen Enkelkinder aus dem Keller und putzt ihn frisch heraus. So liegt das Glückspäckchen jetzt in weiß gestärkter Spitze, schlummert und lächelt still vor sich hin. „Ich hatte eine sehr glückliche und unbeschwerte Schwangerschaft“, sagt Mama Kerstin. „Wir haben regelmäßig gekegelt und viel gearbeitet.“ Ob sie denn wirklich nichts gemerkt habe? Überzeugend macht die Frau deutlich: Sie habe regelmäßig ihre Periode bekommen, verspürte weder Übelkeit, Brustziehen noch Kindsbewegungen. Verhütet hatte sie mit Spirale und: „Ich habe in den letzten Monaten fünf Kilogramm abgenommen.“

Aber woher kam das Gerücht am Arbeitsplatz? Was deutete auf eine Schwangerschaft hin? Kerstin Frank: „Ich habe einen kleinen Bauch bekommen, den ich aber damit nicht in Verbindung gebracht habe.“ Donau sagt: „Ich habe schon gesehen, dass sie etwas zugelegt hat, aber ich dachte, sie werde schon merken, wann sie sich beim Essen etwas mehr zurückhalten sollte.“ Seit Torben auf der Welt ist, fühlt sich das Paar noch mehr verbunden. „Wir freuen uns auf unsere neue Aufgabe. Torben ist ein Geschenk.“

Christiane Lehmann

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