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Der Todeshang: Neun Schweine ließen hier in einem künstlich angelegten Lawinenkegel ihr Leben. Nun wird das Laborzelt abgebaut, die überlebenden Schwein sollen eventuell auf Gnadenhöfe von Tierschutzorganisationen verteilt werden

Lawinen-Experiment: Forscher verteidigen sich

Innsbruch - Das umstrittene Experiment im Ötztal, in dem Schweine für die Lawinenforschung starben und weiter sterben sollten, ist am Freitag endgültig abgebrochen worden. Was die Wissenschaftler sagen.

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Perverses Experiment: Schweine sollen in Lawine sorgen

Zwei Männer schieben eine Holzkiste über den Vorplatz, in der Kiste steckt das wohl glücklichste Schwein der Welt. Denn neun seiner Artgenossen hatten das Leben für die Wissenschaft schon verloren, das Glücksschwein wäre als nächstes dran gewesen – es sollte in in einem künstlich angelegten Lawinenkegel im Schnee ersticken – beim Tiroler Schweine-Experiment.

Doch die Untersuchungen wurden am Freitag endgültig abgebrochen. Für die Forscher, die nun ihr Laborzelt abbauen ist das ein brutaler Rückschlag. „Wir wollen mit diesem Projekt doch nur Menschenleben retten“, so Hermann Brugger vom Institut für Alpine Notfallmedizin in Bozen. Er hatte sich jahrelang bemüht, durch diese Forschung mehr Erkenntnisse über Lawinenunfälle zu erzielen, um so die humane Sterberate zu reduzieren. Denn rund 20 Prozent der Verschütteten würden nicht sofort sterben, sondern bis zu zwei Stunden überleben. Falls sie also rechtzeitig ausgegraben und optimal versorgt werden könnten, stünden die Chancen gut.

So starben die Schweine im Schnee

Schweine sterben für Lawinentest

Und so lautete die Fragestellung des Schweine-Experiments: Welche Faktoren ermöglichen dieses Überleben? Vermutet wird, dass eine rasch eintretende Abkühlung entscheidend ist. Brugger erklärt: „Erweist sich unsere Theorie als stichhaltig, ist das der Beweis, dass Verschüttete mit freien Atemwegen und Atemhöhle in Zukunft nicht mehr für tot erklärt, sondern wiedererwärmt werden müssen.“ Dies würde zahlreiche Todesfälle vermeiden. Doch nach dem massiven, öffentlichen Druck ist an eine Fortführung des Experiments zumindest im Bergdorf Vent nicht mehr zu denken.

Ganz aufgeben wollen die Forscher noch nicht. Studienleiter Peter Paal von der Innsbrucker Anästhesie: „Man wird sich überlegen, ob und wie man das Experiment weiterführen kann.“ Herman Brugger: „Die bisher umgekommenen Tiere wären sonst umsonst gestorben.“ Der Tierschutzbeauftragte der Medizinischen Uni Innsbruck hatte übrigens die „Versuchsanlage“ für gut befunden. So seien die ausgewählten Schweine in einem zertifizierten und begutachteten Schweinestall artgerecht gehalten gewesen. Und weiter heißt es: „Am Tag ihres Einsatzes bekommen die Tiere an ihrem gewohnten Aufenthaltsort eine Narkose verabreicht …“ Von den nun folgenden Vorgängen bemerkten sie nichts mehr – bis zu ihrem Tod.

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