Müll aus Bayern bringt Bürgermeister ins Gefängnis

Budapest/Augsburg - Ein ungarischer Bürgermeister muss wegen illegaler Müllimporte aus Deutschland ins Gefängnis.

Das Stadtgericht von Kecskemet verurteilte den Politiker aus der südungarischen Gemeinde Kunbaja am Donnerstag zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gegen das Abfallwirtschaftsgesetz verstoßen hatte, als er zwischen Juni und Dezember 2006 rund 4000 Tonnen Plastikmüll aus Bayern und Baden-Württemberg eingeführt und auf 20 illegale Deponien verteilt hatte.

Dafür soll er laut Urteilsbegründung 320.000 Euro erhalten haben. Der Skandal hatte auch in Deutschland für Aufsehen gesorgt, als bekannt wurde, dass Abfallfirmen unter anderem aus Augsburg, Tussenhausen im Landkreis Unterallgäu und Rehau im Landkreis Hof darin verwickelt waren. Nachdem Ungarn auf einer Rücknahme des illegal ins Land gebrachten Mülls bestand, stritten sich in Deutschland die zuständigen Behörden und die Abfallfirmen wegen der Rückführungskosten. Derzeit warten noch 1000 Tonnen Abfall auf ihren Abtransport.

dpa

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