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Am Pfingstwochenende gab es in den Bergen zahlreiche Unfälle (Symbolbild).

200-Meter-Sturz überlebt, 4 weitere Unfälle in Bayern

Münchner (41) der Eishölle entrissen!

Unten im Tal genießen wir den Frühsommer – hoch in den Bergen aber herrscht der Winter noch gnadenlos, und die Felsen und Schluchten sind tückisch wie eh und je.

So kam es an Pfingsten und am Dienstag zu dramatischen Unfällen in den Alpen. Sie forderten zwei Tote am Untersberg und in Kempten. Eine Wanderin in Garmisch wurde verletzt. Zweimal hatten Betroffene großes Glück: Ein Berchtesgadener (31) überlebte die Nacht an einen Fels geklammert. Und ein Münchner stürzte in Tirol 200 Meter in den eisigen Abgrund – und überlebte! Die Ereignisse im Detail :

  • Der 41-jährige Münchner hatte mit einem Kollegen aus München (47) eine Eistour über die Hochfeiler-Nordwand in den Zillertaler Alpen unternommen. Die Nacht verbrachten sie im Günther-Messner-Biwak, einer Notunterkunft auf 2429 Metern Höhe, benannt nach dem Bruder der Berglegende Reinhold Messner. Gegen 5 Uhr verließen die Münchner das Biwak, um ohne Seil in die Nordwand einzusteigen. Da verlor der 41-Jährige plötzlich das Gleichgewicht. Er stürzte, sich mehrmals überschlagend, über 200 Meter ab –vor den Augen des Kollegen. Doch er lebt! Schwer verletzt wurde er per Hubschrauber in die Klinik geflogen, sein Kollege erlitt einen Schock.
  • Unvorstellbar, welch furchtbare Stunden ein 31-jähriger Berchtesgadener in der Nacht auf Dienstag bei einem weiteren Bergunglück durchlebte. Er war auf dem Mandlgrad unterwegs, einem hochalpinen Verbindungssteig zwischen Kehlsteinhaus und Hoher Göll im Berchtesgadener Land . Dort verstieg er sich, rutschte ab. „Er konnte irgendwann nicht mehr vor und zurück“, so die Polizei. Irgendwie schaffte er es, sich an einer Felswand festzuklammern, vom Regen umpeitscht. Er schrie um sein Leben, doch niemand hörte ihn. Er deckte sich mit Latschenzweigen zu, als Schutz gegen die Eiseskälte.

Erst am Dienstag Vormittag hörten Wanderer die verzweifelten Schreie des Mannes und holten Hilfe. Die Bergrettung und die Polizei konnten den Einheimischen schließlich retten. Gerade noch unterhalb der Wolkengrenze bei Regen und unter der ständigen Gefahr von Steinschlag flog ein Helikopter mehrmals in den Felsen, um die genaue Position des Mannes zu erkunden, dann wurde ein Bergretter abgeseilt, der den 31-Jährigen aus der Wand holte. Überglücklich konnte der Einheimische im Tal an der Scharezkehlalm seinen Rettern danken. Er blieb unverletzt.

  • Ein weiterer Bergunfall am Sonntagnachmittag in den Allgäuer Alpen allerdings endete tödlich. Ein bergerfahrener Oberstdorfer (40) stieg mit einem Begleiter von der Kemptener Hütte ab. Auf Höhe von 1150 Metern verlor er das Gleichgewicht, stürzte und rutschte in einen Spalt. Er war sofort tot.
  • Ebenfalls tödlich endete ein Absturz eines circa 30-jährigen Mannes am Untersberg. Andere Bergsteiger fanden seinen leblosen Körper gestern Nachmittag unterhalb des Mittagsjochs – bereits tot. Die Leiche war bis gestern Abend noch nicht identifiziert. Die Bergung des Toten erwies sich als sehr schwierig. Laut Polizei herrschten „äußerst schwere Wetterbedingungen“.
  • Mit schweren Verletzungen verließ eine 55-jährige Frau aus Siegburg die Garmischer Berge. Sie war gestern Mittag mit einer Gruppe Wanderer von Schachen ins Oberreintal unterwegs. Im schroffen, steilen Gelände rutschte sie aus, stürzte 80 Meter tief! Doch sie überlebte mit schweren Kopfverletzungen und Knochenbrüchen. Für die Bergwacht Garmisch war es der erste Wanderunfall der Saison.

Andrea Stinglwagner

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