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Diese Gasbombe warfen die Täter in den Eingang der Diskothek. Die Polizei vermutete gestern, dass sie aus Militärbeständen stammt

Gasbombe: Polizei sucht Disko-Täter

Mainburg/Straubing - Gas-Angriff in der Hallertau: Ein durchgeknalltes Burschen-Trio hat in der Nacht zum Sonntag in Mainburg und in Au drei Gas-Bomben geworfen.

In Mainburg landete die Gasgranate im Eingang einer Diskothek. 25 Besucher wurden verletzt, einer lag auch am Sonntag noch im Krankenhaus.

Die Gas-Bomber tauchten in der Nacht zum Sonntag zuerst in Au auf. Dort klagten gegen ein Uhr nachts mehrere Anwohner im Nandlstädter Weg plötzlich über Haut- und Augenreizungen. Wenig später dann beobachteten Zeugen, wie aus einem dunklen Pkw – vermutlich ein BMW der 5er-Reihe – eine Gasbombe geworfen wurde. Sie landete an der Wand eines Restaurants in der Unteren Hauptstraße. Das Gas verletzte hier mehrere Gäste – doch damit nicht genug. Von Au rasten die Täter offensichtlich weiter nach Mainburg. Denn dort schlug kurz vor 1.30 Uhr wieder eine Gasgranate ein und zündete sofort. In Sekundenschnelle verteilte sich das ätzende Gas im ganzen Gastraum der 120 Quadratmeter großen Diskothek, in der sich zu dieser Zeit rund 50 Gäste befanden. Vielen rangen nach Atem, kurzzeitig machte sich Panik breit – denn der Ausgang war ja blockiert. Geistesgegenwärtig lotste der Geschäftsführer seine Kundschaft schließlich durch den Hinterausgang nach draußen. Doch auch dort war man nicht sicher. Durchs offene Fenster zog das giftige Gas auch in benachbarte Wohnungen – und überraschte eine schwangere Frau und zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren im Schlaf!

Vier Notärzte und zehn Krankenwagen rasten schließlich herbei, um sich um die Verletzten zu kümmern. 16 wurden vorübergehend ins Krankenhaus gebracht! Alois Treittinger (62), der seit 33 Jahren die Diskothek betreibt, war am Sonntag fassungslos. „Am Samstag hat mein Sohn geheiratet. Es war ein wundervoller Tag. Abends hab’ ich dann noch kurz in der Disko angerufen, um mal zu hören, wie’s läuft. ,Alles ruhig, sehr nette Gäste‘, meinte mein Mitarbeiter – und ich ging beruhigt ins Bett. Eineinhalb Stunden später dann der Alarm. Wissen Sie, das ist keine Gaudi mehr, das war brutal! Und es ist ein Riesenglück, dass nicht mehr passiert ist.“

Ein Racheakt? Treittinger schüttelt den Kopf: „Ich wüsste nicht warum.“ Drei Burschen wurden gesehen, die sich eilig vom Tatort davon machten: Sie sollen zwischen 18 und 20 Jahre alt sein und waren wie Hip-Hopper gekleidet. Sie trugen Baseballkappen und T-Shirts. Die Kripo Landshut bittet um Hinweise, Telefon: 0871-9252-0.

WdP

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