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Skandal beim Bayerischen Roten Kreuz

Rentnerin nach Beinbrüchen hilflos zurückgelassen

Fürth - Zwei Pflegekräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Fürth sollen eine 92 Jahre alte Rentnerin nach einem zweifachen Beinbruch hilflos in ihrer Wohnung zurückgelassen haben.

Die Frau sei später in einer Nürnberger Klinik gestorben. Gegen die beiden Frauen werde wegen vorsätzlicher Körperverletzung durch Unterlassen ermittelt, berichtete der Nürnberger Justizsprecher Thomas Koch am Dienstag. Er bestätigte damit einen entsprechende Medienberichte.

Es bestehe der Verdacht, dass die beiden BRK-Pflegerinnen trotz der Schmerzen, unter denen die Rentnerin nach den Beinbrüchen gelitten habe, keine Hilfe organisiert haben. Im Rahmen der Ermittlungen hätten Kripo-Beamte am vergangenen Freitag Räume der Fürther BRK-Geschäftsstelle durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Weitere Einzelheiten lägen der Staatsanwaltschaft derzeit nicht vor.

Der Fürther BRK-Geschäftsführer Thomas Leipold erklärte am Dienstag, was mit der Rentnerin geschehen sei, tue ihm Leid. Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen wolle er sich aber nicht näher zu dem Fall äußern. "Wir wollen, dass der Fall aufgeklärt wird und arbeiten deshalb eng mit den Behörden zusammen. Wir haben der Kripo alle Unterlagen rausgegeben, die bei der Aufklärung des Falles helfen könnten", sagte der Fürther BRK-Chef.

Das BRK in Fürth beschäftigt nach seinen Angaben 20 Pflegekräfte. Nach Medienberichten hatte die zum Dienst eingeteilte Pflegekraft die alte Frau nach der Körperpflege in ihren Rollstuhl setzen wollen. Die 92-Jährige habe sich jedoch nicht auf den Beinen halten können und sei neben ihrem Bett zu Boden gestürzt, berichtete das Blatt unter Berufung auf Angehörige der Rentnerin. Obwohl die alte Dame wegen starker Schmerzen in den Beinen geschrien habe, habe die Pflegerin sie mit einer herbeigerufenen Kollegin in den Rollstuhl gehievt. Dabei hätten es beide nicht für nötig befunden, den starken Schmerzen auf den Grund zu gehen, sondern hätten die Frau allein zurückgelassen.

Erst eine im Haus lebende Nachbarin sei später durch Zufall auf das laute Wimmern und Stöhnen der 92-Jährigen aufmerksam geworden. Gemeinsam mit der in der Nachbarschaft wohnenden Tochter habe sie einen Notarzt gerufen, der bei der älteren Frau einen Ober- und Unterschenkelbruch festgestellt habe und sie ins Krankenhaus bringen ließ. Dort sei sie gestorben. Der Justizsprecher betonte, bislang gingen die Ermittler nicht davon aus, dass der Tod der 92-Jährigen in direktem Zusammenhang mit den Beinbrüchen stehe. Deswegen ermittle man auch nur wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

dpa

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