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Bilder wie dieses wird es wohl erst im nächsten Jahr wieder geben

Rekord-Hitze geht im Regen baden

München – Eisverkäufer, schattige Liegewiesen und klimatisierte Räume waren am Freitag bei einer Rekord-Hitze von bis zu 35,8 Grad heiß begehrt.

In Scharen stürmten sonnenhungrige Ausflügler die Badeseen, um die Zeit vor dem erwarteten Unwetter noch zu nutzen. Eine heftige Gewitter-Front hatten Meteorologen zum Abschied des Hochsommers angekündigt. Zwar rauschten die Temperaturen von Freitag auf Samstag in die Tiefe, doch der Freistaat kam ungeschoren davon.

Sommer! Der heißeste Tag des Jahres

Sommer! Der heißeste Tag des Jahres

„Als Meteorologen können wir nur noch staunen und sagen: Was wir angekündigt hatten, ist nicht eingetroffen“, meint Eva Wille vom Deutschen Wetterdienst in München. „Wir konnten uns nicht vorstellen, dass es so glimpflich abgehen würde.“ Man könne von Glück reden, dass sich die Luft so verteilt habe, dass keine Entladung stattfand. An einen derartigen Temperatursturz kann sich die erfahrene Meteorologin nicht erinnern. „Das gab es in früheren Jahren schon einmal in Berlin und sicher irgendwann auch schon einmal in Bayern“, weiß sie aus Erzählungen, ohne genaue Zeitangaben treffen zu können.

Dass die rapide Wende von Wärme zu Kälte in Bayern relativ harmlos vonstatten gegangen ist, fasziniert Eva Wille aufs Höchste. Während in Norddeutschland und im Rheinland Weltuntergangsstimmung geherrscht habe, sei es in München „einfach nur kalt“ geworden. Die Hintergründe des Hergangs analysierte die Expertin am Sonntag. „Ein Luftmassenwechsel besteht aus mehreren Schüben“, erklärt sie. Von Frankreich sei kalte Luft mit Unwettern über das Rheinland in Richtung Süden gezogen, wo vor dem Erreichen der Hauptfront am Boden bereits kühle Luft eingeflossen war. „Als die Kaltluft Bayern erreichte, hatte sich das Wetter schon ausgetobt.“

Wie stark der Hitze-Kälte-Unterschied war, zeigt ein Vergleich der Münchner Temperaturen. Von 35,8 Grad am Freitagnachmittag rauschte die Luftwärme zunächst auf 12,1 Grad zwischen 6 und 7 Uhr am Samstag in die Tiefe. „Im Laufe des Tages ging es noch weiter runter“, teilt Eva Wille mit. So zeigte das Thermometer gegen 16 Uhr nur noch 10,4 Grad. Eine Temperatur-Differenz von rund 25 Grad binnen 24 Stunden. Am Sonntag ging es wieder etwas aufwärts. Bei strahlendem Sonnenschein wurde es in Bayern bis zu 22 Grad warm.

In den nächsten Tagen dürfen sich die Bürger in Bayern laut Deutschem Wetterdienst auf einen Altweibersommer einstellen. „Es bleibt so moderat wie jetzt“, verspricht Wetterfachfrau Eva Wille. Selbst wenn die Werte mit zum Teil bloß vier Grad in die neue Woche starten, seien angenehme Tage zu erwarten. „Wir erleben einen schönen, späten Sommer!“ Das Schema der nächsten Tage sei immer gleich: Kalte Nächte, Frühnebel, Sonne. „25 Grad sind aber momentan nicht drin“, sagt Eva Wille. „Dafür ist die Luft zu kalt.“ Die Tage seien inzwischen deutlich kürzer als beispielsweise im Juni. „Da tut sich die Sonne schwer, die Luft zu erwärmen.“ So bleibe dem Freistaat kühlere Luft erhalten. Zumindest bleibt es trocken. „Es kann sein, dass es mal für einen Schauer über den Alpen reicht, ansonsten ist kein Regen zu erwarten.“ Sobald sich der Nebel nach deutlich unter zehn Grad kalten Nächten gelöst habe, würden die Temperaturen in Bayern auf 17 bis 22 Grad steigen. „München dürfte voraussichtlich täglich mit um die 20 Grad rechnen.“

Temperaturstürze 2011

Heuer gab es schon mehrere auffällige Einbrüche bei den Temperaturen. Extrem zeigten sich diese im Mai/Juni. So wurden in München am 26. Mai 28,4 Grad gemessen, tags darauf 15,6 (12,8 Grad Differenz). Am 31. Mai war es 25,8 Grad warm, am 1. Juni 13,3 Grad (12,5 Grad Differenz), am 19. Juni 25,4 Grad, am 20. Juni 13,3 Grad (12,1 Grad Differenz), am 29. Juni 30,2 Grad, einen Tag später bloß noch 19,5 Grad. Für den 22. Juli ist ein Maximum von 29,5 Grad vermerkt, am 23. Juli 10,5 Grad weniger.

Corinna Erhard

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