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Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ziehen am Samstag in einer Prozession aus der Alten Hofhaltung in Bamberg in Richtung des Doms

Ritterorden trifft sich in Bamberg

Bamberg - Beeindruckendes Spektakel in Bamberg: Am Samstagnachmittag sind Angehörige des Ritterorden zum Heiligen Grab von Jerusalem von der Alten Hofhaltung zum Dom gezogen.

Dort sollten 35 Männer und Frauen neu in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, leitete die Zeremonie. Er ist Großprior der deutschen Statthalterei des päpstlichen Ordens.

Die Ritter trugen weiße Mäntel, die mit dem roten Jerusalem-Kreuz geschmückt sind. Die weiblichen Ordensmitglieder ("Damen")kleideten sich in schwarze Mäntel und Spitzenschleier. Dem Orden gehören überwiegend Laien an - aber auch Geistliche, darunter der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, und der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Frauen sind im Ritterorden seit 1888 zugelassen.

Der Ursprung des Ritterordens liegt nicht, wie man vermuten könnte, in der Zeit der Kreuzzüge. Vielmehr beruft sich die Organisation auf die seit dem 14. Jahrhundert belegte Zeremonie, dass sich Männer an Jesu Grab zum Ritter schlagen ließen. Auch als die ritterliche Tradition in Europa unterging, hielt sich der Brauch des Ritterschlags in Jerusalem.

Heute bemüht sich der Ritterorden, dem weltweit rund 27 000 Mitglieder angehören, um Hilfe für die Christen im Heiligen Land, also in Israel, den palästinensischen Gebieten und Jordanien. “Wir wollen die Rechte der Christen dort verteidigen“, betonte Heinrich Dickmann, der Statthalter in Deutschland. Von den Spenden, die dank des Ritterordens in den Nahen Osten fließen, sollen aber nicht nur Christen profitieren: “Wir legen großen Wert darauf, dass die finanziellen Mittel nicht nur an die Christen gehen“, erläuterte Dickmann. Gerade die christlichen Schulen, die der Orden unterstütze, und die Universität Bethlehem seien auch bei der muslimischen Bevölkerung als Bildungsstätten sehr beliebt. “Das ist ein ganz wichtiges Signal für die jungen Menschen.“

Der Orden arbeite eng mit dem lateinischen Patriarchat von Jerusalem zusammen, helfe etwa bei der Finanzierung von Priestergehältern und der Sanierung von Pfarrhäusern mit. Daneben gebe es einen Sozialfonds, der die Not in der Bevölkerung lindern soll. Auch Medikamente würden mit Spendengeld bezahlt.

In Deutschland leben derzeit 1400 Ordensritter. Eine Mitgliedschaft kann man nicht einfach so beantragen - man muss von einem aktiven Ordensmitglied gefragt werden, muss eine zweijährige Probezeit absolvieren und ein Zeugnis des Ortspfarrers vorlegen. Auch der Bischof muss sein Einverständnis erteilen. Der Orden wünsche sich Mitglieder, die sich beispielsweise in ihrer Pfarrei engagieren, sagte Dickmann. Erwartet wird ferner eine christliche Lebensführung und Einsatz für die katholische Kirche.

dpa

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