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Die Bundespolizei sicherte die Aufbruchsspuren auch an diesem Fahrausweisautomaten.

Rumänische Automatenknacker auf der Flucht geschnappt

München - Die Polizei hat eine rumänische Automatenknacker-Bande gefasst. Die Diebe wollten sich gerade in ihre Heimat absetzen - einer von ihnen war erst eine Woche zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

Rund 5.000 Euro Bargeld beschlagnahmten die Ermittler der Bundespolizei bei den rumänischen Bandenmitgliedern. Insgesamt hatten die Diebe knapp 11.000 Euro erbeutet.

Eine Zivilstreife der Münchner Polizeiinspektion 24 schlug bereits am 4. Mai 2009 zu: Die Fahnder hielten gegen 21 Uhr auf der Autobahn A8 bei Aying einen mit drei jungen Männern besetzten BMW an - zunächst ohne einen konkreten Verdacht. Doch im Auto entdeckten die Beamten säckeweise verstecktes Geld. Insgesamt hatten die 19 bis 20 Jahre alten Rumänen rund 5000 Euro dabei, knapp 2000 davon in sorgfältig in Papierrollen verpackte Münzen, die in einem Stoffbeutel und einer Plastiktüte verstaut waren.

Auf Nachfrage tischten die drei Männer der Polizei eine wenig glaubhafte Geschichte auf. Die Beamten übergaben den Fall der Kriminalpolizei. Diese stellte fest, dass die 5000 Euro ein Teil der Beute aus vier erst kürzlich verübten Aufbrüchen von Fahrausweisautomaten der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) sein könnten.

Die drei Rumänen holten das Geld mit brachialer Gewalt aus den Fahrausweisautomaten. Der Sachschaden beträgt vermutlich mehrere tausend Euro.

Tatsächlich: Zwischen 5. April und 3. Mai hatte das Trio vier Automaten in München/Siemenswerke, Darching bei Holzkirchen, Geitau und Osterhofen bei Bayrischzell mit einem Stemmeisen aufgehebelt und das Bargeld entwendet. Sachschaden: mehrere tausend Euro. Für die Aufbrüche benötigten die Rumänen jeweils nur wenige Minuten. Sie schlugen sogar einmal am helllichten Tag zu. Insgesamt stahlen sie aus den stummen Verkäufern knapp 11.000 Euro. Von einem Teil kauften sich die Diebe einen gebrauchten 3er BMW. Damit wollten sie sich in ihre Heimat absetzen.

Doch die Reise führte die jungen Männer nicht nach Rumänien, sondern zu einem deutschen Ermittlungsrichter. Dieser erließ gegen alle drei Diebe Haftbefehle.

Zwei der Verhafteten legten Geständnisse ab und belasteten ihren Komplizen als Bandenchef. Der 19-Jährige ist der Polizei bekannt. Anfang April war er schon einmal nach einem Automatenaufbruch auf frischer Tat festgenommen und danach im Schnellverfahren zu drei Wochen Dauerarrest verurteilt worden. Bekehren ließ er sich dadurch nicht. Nur eine Woche nach seiner Entlassung wird der Unbelehrbare zusammen mit seinen Komplizen nun erneut auf die Freiheit verzichten müssen.

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