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Zwei Mitglieder der Russen-Mafia in Bayern bei einer Verhandlung im November 2008.

Hohe Strafen für Russen-Mafia in Bayern

München - Drei Mitglieder der Russen-Mafia in Bayern sind vom Landgericht München I am Montag wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung und einer Reihe anderer Delikte zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Drei Mitglieder einer Russen-Mafia in Bayern sind vom Landgericht München I am Montag wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung und einer Reihe anderer Delikte zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der 40-jährige Rädelsführer der Gruppe bekam elf Jahre Freiheitsstrafe, seine 32 und 30 Jahre alten Mitangeklagten wurden zu acht und neun Jahren Haft und Unterbringung im Drogenentzug verurteilt. Das Trio hat im bayerischen Raum seit 2001 den Rauschgifthandel kontrolliert sowie gefälschte Führerscheine und Falschgeld in Umlauf gebracht.

Gegen die drei wurde seit November 2008 vor der Staatsschutzkammer des Münchner Landgerichts unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen verhandelt. Das Urteil beruht auf einer Absprache zwischen den Verfahrensbeteiligten. Ein Geständnis war Vorbedingung für die Strafen, die im Falle der beiden jüngeren Angeklagten bereits rechtskräftig ist. Ein weiteres Mitglied der Gruppe ist schon früher in einem eigenen Prozess zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann war von Anfang an geständig und hatte den Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung der Verbrechen geholfen.

Die Fäden bei der bayerischen Russen-Mafia hat der Beweisaufnahme zufolge ein russischer "Pate" gezogen, der 2004 vom Münchner Schwurgericht wegen Totschlags an einem Konkurrenten zu 13 Jahren Haft verurteilt und bereits 2006 nach Russland ausgewiesen worden ist. Der "Pate" soll seither in Russland 30 Verbrecherbanden kontrollieren. Er hat Kontakte zur italienischen Cosa Nostra und zur amerikanischen Russen-Mafia, wie sein damaliger Prozess ergab. An diesen "Paten" soll ein Teil der Beute der Angeklagten geflossen sein. Der Hauptangeklagte im Prozess vor der Staatsschutzkammer hat den Heroinhandel in Bayern kontrolliert. Seine Komplizen waren für ihn in Kaufbeuren und Regensburg tätig. Die beiden Männer sind selber drogenabhängig, dies wurde im Strafmaß berücksichtigt. Zuungunsten aller drei Angeklagten wirkten sich deren einschlägige Vorstrafen aus.

lby

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