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Ein Demonstrant bei der Kundgebung in Freising.

Wieder Ärzteproteste in Bayern

Freising/Würzburg - Bayerns niedergelassene Fachärzte und Krankenschwestern haben am Dienstag erneut ihren Ärger über die seit Jahresbeginn geltenden Honorar-Regeln deutlich gemacht.

In Freising und München demonstrierten mehrere Hundert Menschen, berichtete der Vorsitzende des Deutschen Facharztverbandes, Thomas Scharmann. Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder war nach Freising geeilt, um die „absurde Situation“ von höheren Beiträgen der Patienten und weniger Einkommen für die Fachärzte anzuprangern: Momentan herrsche „Planwirtschaft pur – und das muss sich ändern“, so Söders Credo.

Bilder von der Demo in Freising

Ärzteprotest in Freising

Und da helfe es nicht, an der Honorarreform und der ungerechten Verteilung der Gelder unter den Ärzten herumzudoktern. Nein: „Wir brauchen einen Neustart“, forderte Söder unter dem Applaus der Ärzteschaft. Nur so könnten Einheitskassen, Staatsmedizin und Polikliniken im Stil der DDR verhindert werden. Regionalität statt Zentralität, Therapie statt Bürokratie – Schlagworte, mit denen sich Söder viele Freunde unter den Fachärzten machte.

In Würzburg zogen Hunderte Mediziner und Krankenschwestern aus Unterfranken durch die Innenstadt. Auf Transparenten beschwerten sie sich über die Gesundheitspolitik der Bundesregierung und machten mit Trillerpfeifen lautstark auf ihre Situation aufmerksam. "Die unterfränkischen Fachärzte werden ihren Kampf gegen das Gesundheitssystem nicht aufgeben", kündigte einer der Sprecher der Organisatoren, Augenarzt Petro Schmelz aus Bad Kissingen, an.

Im oberfränkischen Coburg sollte es am Abend ebenfalls Proteste geben. Nach Ansicht der Berufsverbände hat das Gesundheitssystem mittlerweile derart große Missstände, dass es über kurz oder lang zu Praxisschließungen kommen wird. Die wohnortnahe Versorgung stehe auf dem Spiel. "Erst sterben die Praxen. Dann Sie" oder "Im Ausland ist es für uns Ärzte schöner", hieß es auf Plakaten der Demonstranten. Bereits seit Jahresbeginn protestieren die niedergelassenen Fachärzte bayernweit immer wieder. Sie fordern unter anderem eine Bezahlung nach Leistung anstelle der pauschalen Vergütung.

zz/dpa

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