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Müssen Grundschüler bald keine Angst mehr vor dem Sitzenbleiben haben?

Wird Sitzenbleiben in der Grundschule abgeschafft?

München - Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle ( CSU ) will das Sitzenbleiben in der Grundschule abschaffen und die Altersgrenzen für die Einschulung lockern.

“Dass ein Kind die ersten zwei Grundschuljahre in einem Jahr schafft, soll genauso möglich sein wie der Fall, dass ein Kind drei Jahre dafür benötigt, ohne dies auf die Pflichtschulzeit anzurechnen“, sagte er dem Magazin “Focus“.

Die SPD in Bayern sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Das Sitzenbleiben habe weder in der Grundschule noch in anderen Schulen einen pädagogischen Sinn, teilte der bildungspolitische Sprecher Hans-Ulrich Pfaffmann am Sonntag in München mit. “Zudem beschämt es die Kinder, statt sie für die Schule zu motivieren.“ Zugleich müssten aber auch die Rahmenbedingungen für die individuelle Förderung der Kinder verbessert werden.

Nach den Plänen von Spaenle bekommen die Eltern künftig mehr Wahlmöglichkeiten bei der Einschulung. “Ich werde auch die gesetzlich vorgesehene Einschulung der sogenannten Dezember-Kinder nicht mehr vollziehen, weil schon jetzt 70 Prozent der Eltern, deren Kinder davon betroffen wären, ihre Kinder zurückstellen“, bekräftigte er.

Bayern hatte die Altersgrenze für die Einschulung zuletzt immer weiter vorgezogen, so dass viele Kinder schon im Alter von fünf Jahren eingeschult werden müssen. Ursprünglich war geplant, künftig alle Kinder eines Jahrgangs einzuschulen - also auch die Kinder, die erst im Dezember eines Jahres sechs Jahre alt werden. Diese Pläne waren bei Eltern und Lehrern auf Kritik gestoßen, weil sie die Kinder in dem Alter noch nicht für schulreif halten.

Zudem zeigte sich Spaenle offen für eine Erleichterung des Notenschnitts beim Übertritt von Haupt- auf Realschule, der derzeit in Bayern bei 2,5 liegt und damit strenger als in vielen anderen Bundesländern. Er sei ein “Freund des offenen Zugangs“, betonte Spaenle. “Niemand will einen Hauptschüler, der das Potenzial zu mehr hat, in einer Schublade halten.“ Eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen hält er aber für den falschen Weg. “Wir wären völlig falsch beraten, wenn wir jetzt Haupt- und Realschule fusionieren.“

Prominente Sitzenbleiber

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