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Die Holzkiste, in der Ursula Herrmann starb.

Ursula-Herrmann-Prozess

Zeugin: Mann hat Kiste vor Entführung im Erdloch gesehen

Augsburg - Im Prozess um die Entführung von Ursula Herrmann hat eine Zeugin am Dienstag Aussagen zu der vergrabenen Holzkiste gemacht, in der das entführte Kind 1981 starb.

Die Frau bezog sich vor dem Landgericht Augsburg auf die Angaben eines inzwischen gestorbenen Beteiligten, der bei seiner polizeilichen Vernehmung angegeben hatte, er habe auf Veranlassung des Angeklagten ein Loch in einem Waldstück gegraben. Später habe er nachgeschaut und in dem Loch eine Kiste gesehen. Danach hatte er diese Angaben aber widerrufen. Der 59-jährige Angeklagte soll Ursula im September 1981 entführt und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen war darin erstickt.

Der Beschuldigte ist gemeinsam mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Beide bestreiten die Tat. Der erste Leiter der Sonderkommission zur Aufklärung der Entführung bestätigte am Dienstag als Zeuge, dass ein Bekannter des Angeklagten bei einer Vernehmung Monate nach der Tat erklärt habe, er habe das Erdloch für den Angeklagten gut drei Wochen vor der Entführung gegraben. Allerdings konnte er bei einem Ortstermin die Stelle nicht wiederfinden und habe schließlich das Geständnis mit den Worten widerrufen: "Ich habe gelogen, ich habe gar keinen Auftrag gehabt." Später soll er jedoch diese Angaben in einer weiteren Vernehmung wiederholt und sie sogar vor einem Richter bestätigt haben. Die Persönlichkeit des 1992 gestorbenen Beteiligten charakterisierte der Zeuge als "exzellenten Schauspieler und qualifizierten Betrüger".

Der als Zeuge gehörte Leiter der Sonderkommission war nach internen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Polizei nach fast einem Jahr Ermittlungsarbeit von dem Amt entbunden worden. Von den umstrittenen Geständnissen gibt es in den Akten keine Protokolle. Lediglich Aktenvermerkte weisen auf die mündlichen Aussagen hin.

dpa

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