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Der scheidende Kreisvorsitzende der Regensburger CSU, Franz Rieger.

CSU in zwei Lager gespalten

Regensburg - In der zerstrittenen Regensburger CSU hat das Lager von Oberbürgermeister Hans Schaidinger am Samstag erneut eine Niederlage hinnehmen müssen.

Bei der Delegiertenversammlung wurde Stadtrat Armin Gugau mit 77 Stimmen zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Der Gegenkandidat, Stadtrat Erich Tahedl, kam auf nur 49 Stimmen. Damit behalten die Kritiker von Schaidinger weiterhin in der Partei die Überhand, auch bei der letzten Vorstandswahl 2007 konnten sich der OB und seine Unterstützer nicht durchsetzen.

Seit mehr als zwei Jahren tobt bei den Regensburger Christsozialen eine beispiellose Schlammschlacht. Gugau wurde von dem scheidenden Kreisvorsitzenden Franz Rieger als neuer Kreischef vorgeschlagen. Rieger hatte nach nur einer Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet und wurde zum Stellvertreter gewählt. Bislang war Gugau stellvertretender Vorsitzender, der 37 Jahre alte Volksschullehrer sitzt seit 2002 im Regensburger Stadtrat.

Bislang gehört er dort allerdings nicht der CSU -Fraktion an. Nach der Kommunalwahl 2008 hatten Gugau und einige Parteifreunde die Zusammenarbeit mit der Fraktion verweigert, weil eine Funktionärin der Jungen Union wegen des Parteizwists nicht in die Fraktion aufgenommen wurde. Als Zeichen des Versöhnungswillens haben die abtrünnigen CSU -Stadträte nun die Rückkehr in die Fraktion beantragt. Um die CSU zur früheren Geschlossenheit zu führen, müssten allerdings noch weitere Schritte folgen, sagte Gugau.

Auch bei der Vergabe anderer wichtiger Vorstandsposten konnte sich das Schaidinger-Lager am Samstag zunächst nicht durchsetzen. Schließlich wurden allerdings mehrere Vertraute des OBs zu Beisitzern gewählt. Schaidinger selbst nahm an der Parteiversammlung nicht teil, weil die Stadt zeitgleich die 40-jährige Partnerschaft mit der französischen Stadt Clermont-Ferrand feierte. Bei seinem Rechenschaftsbericht hatte Rieger noch einmal heftig gegen Schaidinger gestichelt. Ohne Schaidinger namentlich zu nennen, warf er dem Rathauschef unter anderem “einen Mangel an sozialer Kompetenz“ vor.

Vertreter des Schaidinger-Lagers reagierten ruhig auf die Angriffe. Stadtrats-Fraktionschef Christian Schlegl bezeichnete die Wortwahl Riegers zwar als “sehr an der Grenze“, verzichtete aber auf Gegenattacken. “Sonst können wir gleich mit dem Gemetzel anfangen“, meinte Schlegl.

dpa

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