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50 000 Beschäftigte sollen in Warnstreik treten

München - In vielen Betrieben wird die Produktion an diesem Donnerstag stundenlang stillstehen. Die IG Metall rief mehr als 70 000 Beschäftigte zu Warnstreiks auf. Betroffen sind auch die großen BMW-Werke.

Die IG Metall ist in Bayern in den zweiten Warnstreik-Tag gestartet. Die Gewerkschaft weitet ihre Aktionen dabei massiv aus. Insgesamt erwartet sie im Laufe des Donnerstags mehr als 70 000 Teilnehmer. Ein Schwerpunkt ist in Schweinfurt, wo in allen Großbetrieben die Arbeit zeitweise ruhen soll. Besonders betroffen ist der Autohersteller BMW mit Protestaktionen an allen großen Standorten in Bayern, zu denen die Gewerkschaft mehr als 10 000 Teilnehmer erwartet. Massive Warnstreiks sind auch in Franken geplant. Tausende Beschäftigte aus zahlreichen Betrieben wollen am Morgen zu einer Kundgebung in Nürnberg zusammenkommen. Die Arbeitgeber kritisierten die Aktionen und warnten vor gravierenden Nachteilen für die bayerische Wirtschaft durch die Warnstreiks.

Am Mittwoch gingen bei den ersten großen Protesten mehr als 5000 Menschen für höhere Löhne auf die Straße. “Wir sind jetzt in der heißen Phase der Tarifrunde“, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler. Allein bei MAN in München nahmen nach Angaben der Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte an den Protesten teil. Aber auch in zahlreichen kleineren Betrieben machten die Mitarbeiter mit Warnstreiks Druck: Bei dem Autozulieferer Faurecia in Geiselhöring bei Straubing legte die gesamte Frühschicht die Arbeit nieder und versammelte sich mit Trillerpfeifen vor dem Firmengelände. Insgesamt hatte die IG Metall 17 Betriebe zu Warnstreiks aufgerufen, Schwerpunkte waren der Raum München, Schwaben und Niederbayern. Bis zum Abend waren rund 8000 Beschäftigte zu Protesten aufgerufen.

Gewerkschaft droht mit weiteren Warnstreiks

Wechsler forderte die Arbeitgeber auf, noch vor dem nächsten geplanten Termin am 10. Mai zu verhandeln. Andernfalls werde die Gewerkschaft bis zum 18. Mai allein in Bayern zu mehr als 300 Warnstreiks aufrufen. “Ich glaube, dass sich in Bayern weit über 200 000 Arbeitnehmer beteiligen.“ Die Arbeitgeber spielten den Ball zurück. “Wir sind verhandlungsbereit. Allerdings muss die IG Metall im Vorfeld signalisieren, dass sie von ihren Maximalforderungen herunterkommt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands vbm, Bertram Brossardt. “Nachdem wir uns mit unserem Angebot stark bewegt haben, ist jetzt die IG Metall am Zug.“

Sollte bis Pfingsten keine Einigung erzielt werden, will die Gewerkschaft die Verhandlungen für gescheitert erklären und in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks entscheiden. Neben der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn sind für Wechsler auch die Übernahme der Auszubildenden und die Einschränkung der Leiharbeit entscheidende Punkte. “Ohne eine Regelung zum Thema Leiharbeit wird es keinen Tarifabschluss geben.“ Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr Geld für 14 Monate - für die IG Metall eine Provokation, wie Wechsler erneut betonte.

Brossardt, warf der Gewerkschaft vor, die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt zu bremsen. “Die Warnstreiks in der Metall- und Elektro-Industrie stellen eine Gefahr für die Unternehmen und die Arbeitsplätze dar.“ Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei auf die zurückhaltenden Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre zurückzuführen. Vor allem die ausländische Konkurrenz werde sich über die Warnstreiks freuen. “Sie springen gerne ein und nutzen die Gelegenheit, Marktanteile dazuzugewinnen.“

dpa

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