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IG Metall-Mitglieder demonstrieren für mehr Lohn.

Metall-Tarifverhandlungen abgebrochen - Warnstreiks angekündigt

Bamberg - Die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 750 000 Beschäftigten der bayerischen Metall - und Elektroindustrie ist am Freitag in Bamberg nach nur einer Stunde ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Die Gewerkschaft IG Metall lehnte das Angebot der Arbeitgeber, das eine Einkommenserhöhung im Jahr 2009 um 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent für die Monate November und Dezember 2008 vorsieht, als "völlig inakzeptabel" ab. Die IG Metall kündigte bereits für die Nacht zum Samstag erste Warnstreiks an. "Ab Montag geht es rund in allen Regionen Bayerns", sagte IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer kündigt Warnstreiks an.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Helmut Keese forderte die Arbeitnehmervertreter auf, von "ihrer absurden und bizarren Forderung" nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt abzurücken. Laut Keese hat der Einigungsvorschlag des Verbandes der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ein Volumen von 2,9 Prozent. Keese verwies darauf, dass sich die konjunkturelle Lage der Branche in den letzten Tagen und Wochen dramatisch verschlechtert habe. "Wir reden hier nicht über das Jahr 2008", sagte Keese. Grundlage für den Tarifabschluss sei das Jahr 2009, in dem es zu Produktionsrückgängen in der Branche kommen werde.

Neugebauer verwies dagegen darauf, dass die Branche 2008 die annähernd besten Ergebnisse der letzten Jahre verzeichnet habe. "230 Euro durchschnittliche Einmalzahlung sind ganz einfach eine Lachnummer", sagte der IG-Metall-Chef. Das Angebot von 2,1 Prozent für das kommende Jahr liege unterhalb der Preissteigerungsrate. Bei den Warnstreiks in bis zu 200 Betrieben werden die Beschäftigten laut Neugebauer deutlich machen, dass die Forderung von acht Prozent von den Arbeitnehmern getragen werde.

Neugebauer verwies darauf, dass alleine die Audi AG in diesen Tagen 2,3 Milliarden Euro Gewinn an die Mutter Volkswagen überwiesen habe. "Denen geht es fantastisch, denen geht es so gut, dass sie selbst in den Feiertag Allerheiligen hinein arbeiten müssen." Deshalb werde es bei Audi in Ingolstadt ebenso wie bei MAN in Augsburg sowie bei Osram bereits in der Nacht zum Samstag erste Warnstreiks geben. Am 31. Oktober endete die Friedenspflicht.

Trotz der verhärteten Fronten setzen beide Seiten nach wie vor auf eine Lösung am Verhandlungstisch. Eine Einigung wird auch vom Ergebnis der weiteren Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg abhängen. Falls es bis zum 10. November nicht zu einem Abschluss kommt, will der Vorstand der IG Metall dann entscheiden, ob er seine Mitglieder zu einer Urabstimmung über Streikmaßnahmen aufruft. "Wir hoffen nicht, dass uns das bevorsteht, aber wir bereiten uns darauf vor", sagte Neugebauer.

dpa/lby

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