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Der Nürnberger Metzgermeister Hans Hermann Morg präsentiert seine Skulpturen aus Schweineschulterknochen.

Nürnberger will zum Nachdenken anregen

Metzger stellt Kunst aus Tierknochen her

Nürnberg - Kunst ist für einen Metzgermeister aus Nürnberg zum Ventil geworden: Er schlachtet Tiere und macht aus ihren Knochen Skulpturen. Ausgerechnet eine Veganerin stellt die Ergebnisse nun aus.

Das kommt heraus, wenn sich ein Metzger kreativ betätigt: Hans Hermann Morg macht aus Tierknochen Kunst. Vor allem die süddeutsche Spezialität „Schäufele“ hat es dem 60 Jahre alten Metzgermeister aus Nürnberg angetan - oder besser gesagt: das, was von dem Schweine-Schulterstück mit Schwarte auf dem Teller übrig bleibt. Morg malt „Schäufele“-Knochen an und setzt sie zu Skulpturen zusammen.

Wer seine Kunstwerke betrachtet, soll zum Nachdenken angeregt werden: „Wenn Du ein Brötchen mit Leberkäse isst, musste dafür ein Tier sterben“, sagte Morg am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Ungewöhnliche Worte für einen Mann, der in seinem Leben wohl schon mehrere Tausend Tiere geschlachtet hat? Nicht, wenn man seine Lebensgeschichte kennt: Morg wollte nicht Metzger werden, sondern Arzt. Auf Drängen der Eltern stieg er schließlich doch in die Metzger-Dynastie der Familie ein.

„Ich hatte während der Ausbildung große Probleme, Tiere zu töten“, berichtet er. So habe er angefangen, aus Tierknochen Kunstwerke anzufertigen. „Das ist wie ein Ventil für mich.“ Mit 18 Jahren gewann Morg mit seinem ungewöhnlichen Hobby einen kleinen Kunstpreis.

Die Knochen kocht er aus und legt sie in Salz ein. Auch mehrere Waschgänge in der Spülmaschine sind notwendig. Am Schluss werden die Knochen mit Alkohol behandelt. „Der zieht das letzte Fett raus.“ Bis zu einem halben Jahr dauert es, ehe Morg die Knochen zu Skulpturen verarbeiten und mit schwarzer oder roter Acrylfarbe bemalen kann. Die Farben stehen für Afrika - Morgs große Leidenschaft.

In der Nürnberger Galerie „Nous“ ist Morgs „Bone Art“ noch bis diesen Sonntag (jeweils 12 bis 16 Uhr) erstmals zu sehen. Ein großer Erfolg für den Knochen-Künstler. Denn Galerie-Betreiberin Annette Mittermeier ist Veganerin. „Ich konnte und mochte mir die Werke von Herrn Morg anfangs gar nicht anschauen“, erinnert sie sich. Doch als sie die Hintergründe von Morgs Arbeiten erfuhr, stand für sie fest: „Das Thema bringen wir jetzt mal auf den Tisch.“

dpa

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