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Ein 56 Jahre alter Metzgermeister aus Metten muss sich dann wegen gewerbsmäßigen Betruges, vorsätzlichem Inverkehrbringen von ungeeigneten Lebensmitteln und weiterer Vorwürfe vor dem Deggendorfer Landgericht verantworten.

Metzger wegen Gammelfleisch vor Gericht

Einer der bislang größten bayerischen Gammelfleischskandale wird vom kommenden Montag (19. Oktober) an vor dem Deggendorfer Landgericht verhandelt.

Ein 56 Jahre alter Metzgermeister aus Metten muss sich dann wegen gewerbsmäßigen Betruges, vorsätzlichem Inverkehrbringen von ungeeigneten Lebensmitteln und weiterer Vorwürfe verantworten. Für den Prozess seien zunächst zwei Verhandlungstage eingeplant, teilte ein Sprecher der Gerichtes mit.

Laut Anklage soll der Mann von 2003 bis 2006 insgesamt 27 Kunden im In- und Ausland ungenießbares Fleisch geliefert haben. Der 56-Jährige soll Mengen- und Qualitätsangaben sowie die Haltbarkeitsdaten manipuliert und so die Abnehmer um insgesamt etwa 100 000 Euro betrogen haben.

Die Ermittlungen gegen den Mann waren im Sommer 2006 durch einen Zufall ins Rollen gekommen, die staatlichen Kontrolleure hatten in den Lagerräumen der zwei fleischverarbeitenden Betriebe des Metzgers nichts entdeckt. Vielmehr fand ein Schwammerlsucher bei einem Wochenendausflug im Wald einen Aktenkoffer mit brisanten Unterlagen.

Der Mann brachte den Koffer mit Aufzeichnungen eines ehemaligen Mitarbeiters des Metzgers zur Polizei, eine Woche später wurden mehr als 40 Tonnen teilweise verdorbenes Fleisch sichergestellt. Die Ermittler wurden in Kühlräumen in Regensburg und Ruderting (Landkreis Passau) fündig und entdeckten sogar einen nicht genehmigten Kühlraum unter der Garage des Wohnhauses des 56-Jährigen.

Bereits Ende 2006 wurde gegen den ehemaligen Geschäftsführer ein vorläufiges Berufsverbot verhängt. Daran soll er sich aber nicht gehalten haben. Der Metzger ist daher auch angeklagt, bis Anfang 2008 in 67 Fällen gegen das Berufsverbot verstoßen zu haben. Ein weiterer Ekelfleischskandal wird ab 16. November das Landgericht in Memmingen beschäftigen.

Dort muss sich dann der Geschäftsführer eines Kühlhauses aus Illertissen verantworten. Der Mann soll Fleischabfälle zu Lebensmitteln umdeklariert haben. So sollen mehr als 300 Tonnen ungeeignetes Fleisch in den Handel gekommen sein.

dpa

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