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Landrat Michael Adam – was er verdient, kann man unter www.glaeserner-landrat.de nachlesen.

So viel verdienen unsere Bürgermeister

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Regen - Zuerst war Michael Adam, SPD, evangelisch, der jüngste Bürgermeister Deutschlands. Dann jüngster Landrat der Nation. Jetzt wieder ein Titel: Michael Adam, der „gläserne Landrat“ von Regen. Er legt alle Einkünfte centgenau offen.

Gläserner Landrat – so nennt Michael Adam sich selbst. Jeder kann im Internet jetzt sehen, wie viel der 27-Jährige verdient und auf welcher Gehaltsliste er steht. Die Aktion ist kein Zufall: Immerhin ist Adam Nachfolger des verstorbenen Heinz Wölfl. Nach dessen Suizid waren Bestechungsvorwürfe ans Licht gekommen, mit dem Thema „Transparenz“ machte Adam Wahlkampf.

Hier der Gehaltszettel:

-Besoldung: Die Stufe richtet sich nach der Größe der Landkreise. Unter 150.000 Einwohner sind B 5 oder B 6 zulässig, darüber B 7 oder B 8. Die Entscheidung trifft der Kreistag. Adams Landkreis hat 78.000 Einwohner: Stufe B 5. Macht 7364,88 Euro brutto, Kranken- und Pflegeversicherung zahlt er wie jeder Beamte selbst. Adams Kollege im Landkreis Miesbach, Jakob Kreidl, verdient eine Stufe mehr: B 6. „Der Aufgabenumfang rechtfertigt B 6“, ist die Meinung von Kreidl.

-Dienstaufwandsentschädigung: bei Adam 965,79 Euro. Damit begleicht er Kosten, die ihm durch sein Amt entstehen – Spesen oder Ausgaben für Repräsentation.

Versteuern muss er somit monatlich 8330,67 Euro. Nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bleiben Adam 5442,11 Euro netto übrig, dafür arbeite er 80 Stunden die Woche.

-Nebentätigkeiten: Adam ist qua Amt Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse und bekommt dafür jährlich 18.432 Euro brutto. Weil er aber maximal 16.560 Euro dazuverdienen darf, muss er den Differenzbetrag von 1872 Euro pro Jahr an den Sparkassenzweckverband abführen.

-Nicht versteuern muss Adam die monatliche Aufwandsentschädigung von 144,50 Euro, die er für seinen Posten als stellvertretender Verbandsvorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Straubing bekommt. Für weitere ehrenamtliche Tätigkeiten bekommt Adam zum Teil geringfügige Sitzungsgelder.

Zu Terminen wird der Landrat von seinem Fahrer im Dienstauto gebracht. „Das ist kein unerhörtes Prestige“, sagt Adam. Vielmehr könne er im Auto arbeiten und verschwende keine Zeit. Adam nützt das Auto auch privat, dann aber ohne Fahrer. Dafür führe er minutiös Fahrtenbuch und rechne pro Kilometer ab. Anders als sein Vorgänger lasse er sich aber nicht von daheim ins Amt fahren.

Soweit die finanzielle Offenbarung Michael Adams. Diese Zahlen sind eigentlich kein Geheimnis. Das Gehalt vom Mandatsträgern muss schließlich im Haushalt oder bei den einzelnen Verbänden aufgelistet werden, dort könnte sie der Bürger einsehen – doch Adam ist der erste, der seine Einkünfte bündelt und offenlegt. Manche finden das gut: „Mit Herzblut würde ich das machen, wenn ich Einkünfte wie ein Landrat hätte“, sagt zum Beispiel Bürgermeister Jörg Pötke (Initiative Lebenswertes Taufkirchen). Inklusive Dienstaufwandsentschädigung verdient Pötke (B 3) 7176,10 Euro brutto, Stufe B 3. Sein einziger Posten als Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft bringt ihm brutto 509,49 Euro monatlich. Eine 80-Stunden-Woche sei auch bei ihm Realität – „ich spare der Gemeinde eine Stelle“, sagt er. Auch Amtsneuling Tobias Eschenbacher, seit 1. Mai Freisinger OB (Stufe B 3), hätte „kein Problem“ mit einer Offenlegung – „ist ja eh kein Geheimnis“.

Doch nicht überall stößt der „gläserne Landrat“ auf Begeisterung. „Jeder Landrat kann es halten, wie er es für richtig findet“, sagt der Miesbacher Jakob Kreidl, der auch Präsident des Bayerischen Landkreistags ist. Die Offenlegung sei jedenfalls „nicht zwingend notwendig“. Dezidierte Ablehnung kommt von Rosenheims Landrat Josef Neiderhell (CSU): „Ich möchte mich nicht in dieser Form darstellen, weil ich als Person nicht im Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte stehen will.“ Ihm seien Inhalte wichtiger – auch wenn Transparenz natürlich nötig sei.

Carina Lechner und Dirk Walter

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