Milch-Kampf um Allgäuer Bergbauernmilch

Mertingen - Im Allgäu ist ein heftiger Kampf um die Allgäuer Bergbauernmilch entbrannt.

Kontrahenten sind die Großmolkerei Zott aus Mertingen im Donau-Ries und die Allgäuer Bergbauern-Genossenschaft, die zur Allgäuland-Käsereien gehören. Zott will die knapp 1000 Milcherzeuger im Oberallgäu dazu bringen, den Abnehmer zu wechseln. Dagegen wehrt sich Allgäuland vehement.

“Wir werden alles tun, die Bergbauern-Milcherzeuger zu halten und ihnen bei Allgäuland mit Standort Sonthofen eine positive Zukunft zu geben“, sagte Allgäuland-Geschäftsführer Marcel Mohsmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Großmolkerei Zott wurde durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Kempten untersagt, Informationsveranstaltungen zu einem Vermarkterwechsel im Allgäu für die Bauern durchzuführen. Die Verfügung hatte die Bergbauern-Genossenschaft wegen eines Verstoßes der Molkerei Zott gegen geltendes Wettbewerbsrecht erwirkt. Zott will die Milchbauern nach eigenen Angaben mit einem langfristig “überdurchschnittlichen Milchpreis“ ködern.

Mohsmann räumte ein, dass der ausgezahlte Milchpreis an die Allgäuer Bergbauern bei Allgäuland im vergangenen Jahr rund zwei Cent pro Liter unter dem üblichen Preis gelegen habe. Diese “Differenz“ soll im laufenden Jahr ausgeglichen werden.

Franz Seitz, Direktor beim schwäbischen Bauernverband, nannte das Verhalten von Zott außergewöhnlich. Würden viele Bergbauern ihre Verträge mit Allgäuland und zu Zott zu wechseln, könnte ein genossenschaftlicher Milchverarbeiter wie Allgäuland in der Existenz gefährdet werden. “Das wäre ein gewaltiger Umbruch mit gravierenden Auswirkungen für die Milchbauern im Allgäu“, sagte Seitz.

dpa

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