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Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (l), der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (beide CSU) sowie EU-Agrar-Kommissarin Mariann Fischer-Boel stehen in Krün vor Protestplakaten von Landwirten.

Ruf nach Stärkung der Bergbauern

Krün - Die Alpenländer machen sich für eine bessere Förderung der Bergbauern durch die EU stark. Eine entsprechende Resolution von sieben Alpenländern übergab Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) an EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel.

In Krün bei Garmisch-Partenkirchen hatte am Vortag eine zweitägige internationale Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft begonnen. Fischer Boel kündigte eine sorgfältige Prüfung des Forderungskataloges an.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) betonte die positiven öffentlichen Leistungen der Bergbauern. "Die Berglandwirtschaft hat in Europa hohen gesellschaftlichen Nutzen", erläuterte Aigner vor Journalisten. Die Bergregionen böten Tieren Rückzugsräume, sorgten für den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft und förderten damit auch den Tourismus. Zudem tragen sie nach Überzeugung Aigners maßgeblich zum Schutz des Bodens vor Erosionen, Lawinen und Überschwemmungen bei, was in Zeiten des Klimawandels immer bedeutsamer werde.

Almbauern erzeugten hochwertige Nahrungsmittel unter extremen Bedingungen, sagte die Ministerin. Die höheren Produktionskosten könnten über den Markt aber nicht ausgeglichen werden. Die Politik werde die Bergbetriebe daher auch weiterhin unterstützen, kündigte Aigner an. "Die Beihilfen für die Berglandwirtschaft sind auch in Zukunft sicher." Sie werde sich für eine noch breitere Unterstützung besonders benachteiligter Gebiete wie der Alpenregion einsetzen.

"Wir fordern Brüssel auf sicherzustellen, dass in den Alpenregionen auch nach 2013 eine aktive Berglandwirtschaft möglich ist", sagte Brunner. Die künftige EU-Förderung müsse noch stärker den schwierigen geografischen und klimatischen Bedingungen in den Bergregionen Rechnung tragen. "Eine Agrarpolitik mit Einheitsraster von Gibraltar bis zum Nordkap kann diesen besonderen Ansprüchen nicht gerecht werden." Unterzeichnet wurde die Resolution von Bayern, den Ländern Tirol und Vorarlberg sowie den Provinzen und Regionen Südtirol, Trient, Aostatal und Friaul-Julisch Venetien.

Das Papier enthält eine Reihe von Vorschlägen für die künftige Förderung der Bergregionen. Zentrale Forderung ist dabei die Einführung einer Tierhaltungs-Prämie, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Grünlandregionen zu sichern. Eine erhöhte Investitionsförderung, die den im Vergleich zu Tallagen viel höheren Aufwand berücksichtigt, gehört ebenfalls zu den Eckpunkten des Forderungskatalogs. Zudem müssten kulinarische Spezialitäten aus den Alpen besser als regionale Besonderheiten geschützt werden.

dpa

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