Milchwirtschaft: Warnstreiks ab Montag

München - Zwei ergebnislose Runden hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei den Tarifverhandlungen für die bayerische Milchwirtschaft hinter sich – jetzt spitzt sich der Streit zu.

„Wir haben nichts Greifbares“, erklärte der NGG-Landesbezirksvorsitzende Hans Hartl. „Wir sehen jetzt keinerlei andere Möglichkeit, als die Arbeitnehmer zu Streiks aufzurufen.“ Hartl kündigt im Gespräch mit unserer Zeitung Aktionen für kommende Woche an. Informierte Kreise präzisieren dies: Schon ab Montag legen zahlreiche Beschäftigte der bayerischen Milchwirtschaft die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft fordert von den Arbeitgebern eine Entgelterhöhung von fünf Prozent für die mehr als 14 000 Beschäftigten. „Die Tarifeinkommen in Bayern sind im Bundesvergleich am niedrigsten“, sagte Hartl. Dabei sei die Branche in einer guten wirtschaftlichen Situation. Die NGG will zudem eine Übernahme der Auszubildenden für zwölf Monate, neue Regelungen zur Leiharbeit und einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit durchsetzen.

Am Warnstreik beteiligen sich laut Hartl etwa 20 Betriebe – Firmennamen verriet er nicht. Nur so viel deutet er an: „Alle großen sind dabei.“ Zu der Branche in Bayern gehören neben vielen kleineren Betrieben auch Konzerne wie Danone, Bauer oder Zott. Der Arbeitskampf soll täglich stattfinden, jeweils vier Stunden lang. „Ich hoffe, dass die Arbeitgeber diese Signale verstehen“, sagte Hartl. Die dritte Verhandlungsrunde steht am 20. Oktober an. Falls die Arbeitgeber dann nicht einlenkten, werde der Warnstreik bei einer entsprechenden Urabstimmung unter den Beschäftigten zu einem totalen Streik ausgeweitet. Die Verbraucher würden spätestens dann Produktknappheit im Einzelhandel bemerken. Die NGG erhofft sich Rückenwind vom Durchbruch bei den Tarifverhandlungen in der Metallindustrie in der Nacht zum Donnerstag.

Susanne Nüssel vom Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft betonte unterdessen, man nehme die Forderungen sehr ernst. „Wir plädieren aber an unsere Mitarbeiter, dass die Sache am Verhandlungstisch bleibt.“

cal

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