Millionenbetrug mit Medikamenten

Bayreuth - Zwei Eheleute benutzten die Bluterkrankheit ihrer vier Kinder und prellten ihre private Krankenversicherung um rund 1,1 Millionen Euro. Damit finanzierten sie ein Luxusleben.

Hierfür verurteilte das Landgericht Bayreuth am Mittwoch einen 41 Jahre alten Versicherungskaufmann und seine ein Jahr jüngere Ex-Ehefrau zu mehrjährigen Gefängnisstrafen.

Nach dem Willen des Gerichts muss der Mann für vier Jahre und drei Monate, die Frau für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Eine ebenfalls mitangeklagte Apothekerin kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Die Betrügereien machte das Ehepaar aus Marktschorgast (Landkreis Kulmbach) mit teuren Arzneimitteln, auf die ihre an der Bluterkrankheit leidenden vier Kinder angewiesen sind. Dabei gaben sie Bonuszahlungen nicht an die Krankenversicherung weiter oder rechneten mehr Spritzen ab, als sie tatsächlich bezogen.

Im Laufe von etwa vier Jahren soll dabei ein Schaden in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro entstanden sein. Die kriminellen Machenschaften waren erst durch eine Selbstanzeige aufgeflogen, die die Frau nach der Trennung von ihrem Mann erstattet hatte.

Möglich wurden die Betrügereien wohl erst dadurch, dass die Apothekerin kein Buch über die Zahl der abgegebenen Spritzen geführt hatte. Das Gericht legte den Eltern der vier Kinder besonders die Tatsache zur Last, dass sich beide mit dem Geld ein luxuriöses Leben finanziert hatten. So soll die Familie ein Haus mit Schwimmbad gebaut sowie das Geld für Luxusurlaube verprasst haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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