Miltenberger Priester laut Gutachten unauffällig

Würzburg - Ein in Miltenberg tätiger Priester soll früher in Thüringen Kinder sexuell genötigt haben - bei seiner Einstellung 2006 ging das Bistum Würzburg davon aus, dass der Mann ungefährlich ist.

Dies habe damals ein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der Diözese Erfurt ergeben, sagte Markus Hauck von der Pressestelle des Bistums Würzburg am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Beim Wechsel des heute 61-jährigen Katholiken von Thüringen nach Unterfranken habe man zwar gewusst, dass der Mann wegen eines früheren Nötigungsvorwurfs vorbelastet sei. Der Erfurter Generalvikar habe aber damals seinem Kollegen in Würzburg versichert, dass der Fall geklärt sei.

Dennoch habe der Priester im Bistum Würzburg vorsorglich nicht mit Kindern arbeiten dürfen, sagte Hauck. Der Mann war in Miltenberg seelsorgerisch in einem Altenheim tätig.

Am vergangenen Freitag hatte das Bistum Erfurt mitgeteilt, dass es gegen den Priester Anzeige erstattet habe. Der 61-Jährige gehört zum Bistum Erfurt und habe die Übergriffe auf vier Kinder in den Jahren 1980 bis 1996 zugegeben, hieß es. Er wurde suspendiert. Auch in Miltenberg ist er seither nicht mehr im Einsatz.

Der Mann war vor vier Jahren von Erfurt nach Würzburg ausgeliehen worden, weil er bei seiner Arbeit in den Gefängnissen in Ichtershausen und Tonna gegen die Anstaltsordnung verstoßen hatte. Auch war er in der Diaspora - also der Betreuung von wenigen Katholiken in einem großen Gebiet - nach Angaben des Bistums Erfurt ungeschickt.

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