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Der Anwalt des Bistums Würzburg, Günter Paul, neben der Klägerin Cornelia H.

Missbrauch im Beichtstuhl: Gutachtenstreit beendet

Würzburg -­ In einem langwierigen Würzburger Zivilprozess um angeblichen sexuellen Missbrauch im Beichtstuhl kommt es nun doch schneller zum Urteil als zunächst erwartet.

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Missbrauch im Beichtstuhl? Streit um Gutachten

Nachdem die Klägerin überraschend ihren Befangenheitsantrag gegen einen Gutachter zurückzog, soll der Prozess nun am 6. Juli fortgesetzt werden, teilte das Landgericht Würzburg am Montag mit. Die 49-Jährige hatte dem Gutachter vorgehalten, er habe bei seiner Expertise die Stellungnahmen anderer Ärzte nicht einbezogen. In seiner Untersuchung war der Gutachter zum Ergebnis gekommen, dass die Klägerin voll prozess- und geschäftsfähig sei. Einen für diesen Dienstag (1. Juni) geplanten Prozesstermin strich die Zivilkammer kurzfristig.

Die Frau fordert 250.000 Euro Schmerzensgeld vom Bistum Würzburg. Sie behauptet, vor etwa 40 Jahren von einem Würzburger Priester im Beichtstuhl sexuell missbraucht worden zu sein; sie will sich aber erst vor einigen Jahren an die angeblichen Vorfälle erinnert haben. Die Diözese Würzburg weist alle Vorwürfe zurück. Hauptstreitpunkt in dem Verfahren ist die Verjährung der möglichen Taten. Da die Frau laut Gutachten die ganze Zeit prozess- und geschäftsfähig war, hätte sie ihre Ansprüche früher geltend machen müssen. Der Anwalt der Frau vertritt dagegen die Auffassung, die Frau sei wegen des Missbrauchs traumatisiert gewesen, die strafrechtliche Verjährung der möglichen Tat daher bedeutungslos.

dpa

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