Missbrauch: Bischöfe beten für Vergebung

Vierzehnheiligen - Im Missbrauchskandal der katholischen Kirche setzen Bayerns Bischöfe ein Zeichen der Aussöhnung.

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Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen beschlossen sie für den Gottesdienst am Mittwochabend ein gemeinsames Vergebungsgebet. Das teilte eine Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats in München vorab mit. Außerdem sei vereinbart worden, dass jeder Bischof in der Basilika für seine Diözese eine Kerze entzündet - als Zeichen der Bitte um Vergebung und Aussöhnung an die Opfer. Bei der zweitägigen Vollversammlung, die am Mittwoch begann, steht die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Zentrum.

Zuvor hatte auch die Reformbewegung “Wir sind Kirche“ ein klares Zeichen von den Bischöfen gefordert. “Aber es darf bitte nicht bei einer allgemeinen Entschuldigungsfloskel bleiben, die auf einer Pressekonferenz vorgelesen wird“, sagte “Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner. “Wir brauchen eine neue Qualität und neue Versöhnungsrituale, die den Opfern wirklich gerecht werden.“

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

In den vergangenen Wochen waren viele Fälle sexuellen Missbrauchs bekanntgeworden - unter anderem in der Schule des oberbayerischen Klosters Ettal und bei den Regensburger Domspatzen. Frühere Schüler berichteten auch über brutale körperliche Misshandlungen. Auch in mehreren anderen katholischen Einrichtungen in Bayern wurden Missbrauchsfälle bekannt, die meisten Übergriffe liegen jedoch Jahrzehnte zurück. Bei den Beratungen der Oberhirten geht es nicht nur um die Aufklärung der Missbrauchsfälle, sondern auch um Fragen einer besseren Vorbeugung.

Im Haus Frankenthal, dem Bildungshaus der Erzdiözese Bamberg in Vierzehnheiligen, befassen sich die bayerischen Bischöfe auch mit der Situation an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, deren Personalquerelen im vergangenen Jahr für viel Aufsehen gesorgt hatten. Auf der Tagesordnung der Bischofskonferenz stehen außerdem die Vorbereitungen zum 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai in München. Der Konferenzvorsitzende, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick werden an diesem Donnerstag über die Ergebnisse des Treffens informieren.

Unterdessen sind laut Medienberichten auch Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der körperlichen Misshandlung gegen zwei Ordensmänner des Sankt-Michaels-Gymnasiums der Benediktiner in Metten bei Deggendorf laut geworden. Die Vorwürfe beträfen die Zeitspanne zwischen 1970 und 1980, teilte das zuständige Ordinariat in Regensburg dazu mit. Abt Wolfgang Hagl reagierte den Angaben zufolge entsetzt und erschüttert und versprach restlose Aufklärung.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke entband einen Pfarrer im Landkreis Ansbach mit sofortiger Wirkung von allen geistlichen Ämtern. Damit reagierte der Bischof auf Vorwürfe, der Priester habe im Schuljahr 1971/72 als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen einen Minderjährigen sexuell missbraucht, wie das Ordinariat in Regensburg mitteilte. Die Diözese Regensburg überprüfe den Fall und habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der 1978 in Eichstätt zum Priester geweihte Mann habe die Verfehlungen während seiner Tätigkeit in Regensburg am Montag eingeräumt.

dpa

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