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Birgit Böhm, Beauftragte für sexuellen Missbrauch im Bistum Regensburg, informierte am Montag über Missbrauch bei den Domspatzen.

Missbrauch bei Domspatzen: Vorwürfe gegen sechs Priester und Nonnen

Regensburg - Im Bistum Regensburg gibt es bislang Vorwürfe gegen sechs Geistliche und Ordensschwestern wegen sexuellen Missbrauchs.

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Domspatzen: Konkreter Verdacht gegen zwei Geistliche

Darunter sei ein Priester, der sich vor rund 40 Jahren als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen an zwei Buben vergangen haben soll, berichtete Bistumssprecher Clemens Neck am Montag. Die Kirche hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der zuletzt im Landkreis Ansbach tätige Pfarrer wegen der Vorwürfe vom zuständigen Bistum Eichstätt suspendiert wurde.

Zunächst gab es aber nur ein Opfer, mittlerweile liegt ein Hinweis auf einen weiteren missbrauchten Schüler vor. Diese Fälle würden auch von der Staatsanwaltschaft untersucht, sagte Neck. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise auf sexuellen Missbrauch in anderen Einrichtungen von Bayerns flächenmäßig größtem Bistum.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Es sind insgesamt vier Priester, darunter drei Mönche, und zwei Nonnen betroffen. Weitere Vorwürfe richten sich gegen verstorbene Priester. Etliche Betroffene haben sich den Angaben zufolge mittlerweile bei den Beauftragten des Bistums gemeldet. Bei den noch lebenden Verdächtigen geht es um Vorfälle bis 1984. Die kirchlichen Mitarbeiter leben heute in verschiedenen Diözesen. Die zwei Frauen seien dement und kaum ansprechbar.

Bereits Anfang März gab es Hinweise, dass sich seit den 1950er Jahren bei den Domspatzen zwei leitende Geistliche an Kindern vergangen haben könnten. Beide Priester sind bereits 1984 gestorben. Ein ehemaliger Internatsdirektors der Domspatzen sei 1969 im Bereich des Landgerichtes Weiden zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, berichtete Neck. Die Übergriffe hätten nichts mit dem berühmten Knabenchor in Regensburg zu tun. Vielmehr habe der Priester im oberpfälzischen Eslarn (Landkreis Neustadt/Waldnaab) eine Jugendmusikgruppe gegründet. Dort soll sich der Mann an den Kindern vergangenen haben.

In den vergangenen Wochen haben sich auch mehrere ehemalige Schüler der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen gemeldet, die über brutale Prügelattacken eines früheren Direktors berichteten. Im Falle solcher Körperverletzungen werde ebenfalls mit der Staatsanwaltschaft eng kooperiert, sagte Neck. “Auch hier ist unser klares Interesse, keine falschen Rücksichtnahmen walten zu lassen.“

dpa

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