Amtliche Warnung vor starkem Gewitter über München - Kaltfront zieht auf Oberbayern zu

Amtliche Warnung vor starkem Gewitter über München - Kaltfront zieht auf Oberbayern zu
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Sie ziehen an einem Strang: Erzbischof Marx und Ministerpräsident Seehofer stehen im Kampf gegen sexuellen Missbrauch Seite an Seite.

Kirche und Kabinett beraten über Missbrauch

Missbrauch: Einigkeit bei „Null Toleranz“

München - Die bayerischen Bischöfe und die Staatsregierung demonstrieren Einigkeit: Gegenüber sexuellem Missbrauch herrsche eine „Null-Toleranz-Strategie“. Alle Übergriffe sollen aufgeklärt werden.

München – Nichts sollte zerredet oder diskutiert werden – in der Frage des Umgangs mit sexuellem Missbrauch im Raum der Kirche haben sich der Freistaat und die katholische Kirche in Bayern gestern zu einer vollständigen Aufklärung aller Taten und einer Verstärkung der Prävention bekannt. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx als Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz und Ministerpräsident Horst Seehofer präsentierten sich nach einem Treffen des Kabinetts und der Bischofskonferenz in der Katholischen Akademie in München als entschiedene Kämpfer gegen Gewalt. Fragen waren nicht zugelassen – die Statements sollten für sich stehen.

Marx bekräftigte die Position der bayerischen Bischöfe, wonach alle Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder kirchliche Mitarbeiter auch aus den Archiven aufgearbeitet werden sollen. „Solange Opfer leben, haben sie ein Recht darauf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt“, sagte Marx. Dieses Feld könne nicht nur mit Schlagzeilen erledigt werden. Der Münchner Erzbischof plädierte auch dafür, die Forschung zu intensivieren: Bislang wisse man noch zu wenig über Täterprofile. Der Erzbischof, der sich als vehementer Verfechter einer vorbehaltlosen Aufklärungsstrategie profiliert hatte, unterstrich die Position der bayerischen Bischöfe, wonach bei Verdachtsfällen „ohne Wenn und Aber“ die Justiz eingeschaltet werden soll. „Die Kirche beansprucht keinen eigenen Rechtsraum losgelöst vom staatlichen Recht.“ Gleichzeitig warnte er davor, die Kirche und ihre Mitarbeiter unter einen Generalverdacht zu stellen. Er habe aber Verständnis für viele Menschen, die jetzt verunsichert seien. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen.“

Horst Seehofer betonte, dass bei dem zweistündigen Treffen nichts verharmlost worden sei. „Es wird tabulos und ausnahmslos aufgeklärt.“ Er dankte den Bischöfen für die klaren Worte in den vergangene Wochen. „Staat und Kirche stehen sehr entschlossen zusammen, wenn es darum geht, sexuellem Missbrauch mit aller Kraft entgegenzutreten.“ Seehofer unterstrich die enge Zusammenarbeit mit den Kirchen. Bei aller weltanschaulichen Neutralität des Staates sei es klar, dass „die christlichen Werte der Maßstab unseres Handels sind“.Was sonst noch besprochen wurde, blieb vertraulich. Ob man sich über das Bistum Augsburg und die etwaige Nachfolge von Bischof Walter Mixa ausgetauscht hat? Kein Kommentar. Wie gesagt: Fragen waren nicht zugelassen.

von Claudia Möllers

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