Missbrauch in Bezirksklinikum: Pfleger suspendiert

Deggendorf - Ein Pfleger des Bezirksklinikums Mainkofen in Deggendorf soll zwei Patientinnen sexuell missbraucht haben. Die Justiz ermittelt. Doch ging die Initiative wirklich von ihm aus? 

“Der 55-Jährige soll sich an einer 63-Jährigen und einer 30-Jährigen Patientin vergangenen haben“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin in Deggendorf, Kunigunde Schwaiberger, am Donnerstag. Sie bestätigte entsprechende Medienberichte. “Der Pfleger hat den Übergriff eingeräumt“, erläuterte dazu der Sprecher des Bezirks Niederbayern, Walter Ragaller, am Donnerstag.

Der Bezirk Niederbayern ist die zuständige Aufsichtsbehörde für das Bezirksklinikum. Demnach habe sich die 63-Jährige Ende Januar der Klinikleitung offenbart und von einem Fall des sexuellen Missbrauchs berichtet. “Nachdem der Pfleger die Tat zugegeben hat, wurde er sofort suspendiert“, betonte Ragaller. Der Mann habe zwar gesagt, dass die Initiative von der Frau ausging. “Das ist aber völlig unerheblich.“ Es gebe Grundsätze in der Betreuung von Pflegebedürftigen, an denen nicht gerüttelt werde. Außerdem wurde gegen den verbeamteten Pfleger ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Während der Ermittlungen habe ein Person aus dem privaten Umfeld einer 30 Jahre alten Patientin die Ermittler von einem zweiten Fall berichtet, sagte Oberstaatsanwältin Schwaiberger. Auch hier soll es zu einem Übergriff gekommen sein. Einzelheiten wollte sie aber zu beiden Fällen nicht nennen.

Im Bezirksklinikum Mainkofen betreuen mehr als 1400 Mitarbeiter rund 850 Patienten. Unter einem Dach sind die Fachrichtungen Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Forensische Psychiatrie und Neurologie vereint. Außerdem verfügt sie über eine Neurologische Frührehabilitation.

dpa

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