Missbrauch-Skandal: Heute neue Details aus Regensburg

Regensburg - Neue Enthüllungen im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Sowohl aus dem Kloster Ettal, als auch von den Regensburger Domspatzen gibt es auch heute Neuigkeiten.

"Wir wollen das transparent untersuchen", sagte der Sprecher des Bistums Regensburg. Das Bistum werde eine Kommission einrichten, die alte Akten und Archive durchgehen soll. Dem Bistum lägen Hinweise auf Fälle zwischen den Jahren 1958 und 1973 vor. Um 10.00 Uhr soll es weitere Informationen geben.

Ebenfalls am Vormittag wird mit Spannung der vorläufige Abschlussbericht zu den sexuellen Übergriffen im bayerischen Kloster Ettal erwartet. Nach Informationen des "Münchner Merkur" soll es bei der Razzia der Staatsanwaltschaft in der Abtei um Kinderpornografie gegangen sein. Ein Mönch soll eingeräumt haben, dass er entsprechende Filme aus dem Internet geladen hat. Das Kloster, zu dem ein Internat und ein Gymnasium gehören, hatte mindestens zwei Missbrauchsfälle eingeräumt.

Die Regensburger Domspatzen, die weltweit auftreten, haben in Regensburg ein eigenes Musikgymnasium und Internat. Bis 1963 war Theobald Schrems Domkapellmeister, von 1964 bis 1994 leitete der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, die Domspatzen. In einem am Donnerstagabend auf der Internetseite des Knabenchors veröffentlichten Schreiben wird der mittlerweile gestorbene ehemalige Internatsleiter mit Missbrauch in den 50er Jahren in Verbindung gebracht. "Der damalige Internatsleiter wurde nach unserem Kenntnisstand rechtskräftig verurteilt", heißt es in dem Text, der vom heutigen Domkapellmeister Roland Büchner und zwei weiteren Verantwortlichen unterzeichnet ist.

Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wird am 12. März im Vatikan den Papst treffen und dabei auch über den Missbrauchsskandal sprechen, der die Kirche in ihren Grundfesten erschüttert. Es handele sich um eine der regelmäßigen Audienzen nach der alljährlichen Frühjahrskonferenz der deutschen Bischöfe, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.

Auch der Direktor eines Studienseminars der Kapuziner im bayerischen Burghausen (Bistum Passau) soll sich an Jugendlichen vergangen haben, wie die bayerischen Kapuziner in München mitteilten. Bei den Fällen handle es sich um "schwerwiegende Übergriffe" aus dem Schuljahr 1984/85, sagte der Leiter des Ordens in Bayern, Pater Josef Mittermaier. Seit Ende Januar werden immer mehr Fälle und Verdachtsfälle von Missbrauch in katholischen Institutionen bekannt. Mutmaßliche Täter sind Priester, Ordensleute und Laien. Die Fälle liegen meist mehrere Jahrzehnte zurück. Inzwischen sind 18 von 27 Bistümern betroffen.

dpa

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