Missbrauch: Suspendierter Priester darf wieder arbeiten

Würzburg - Ein Priester zeigt sich selbst an, er räumt ein, 1978 sexuelle Kontakte zu einer 15-Jährigen gehabt zu haben. Er habe “Einsicht und Reue“ gezeigt, findet das Bistum und erlaubt ihm, wieder als Seelsorger zu arbeiten.

Ein Priester der Diözese Würzburg, der sich wegen sexueller Übergriffe auf eine 15-Jährige selbst angezeigt hatte, darf wieder als Seelsorger arbeiten. Nach sorgfältiger und umfassender Prüfung habe ihm Bischof Friedhelm Hofmann die seelsorgerische Leitung des Emmaushofes in Gauaschach (Landkreis Bad Kissingen) übertragen, sagte ein Sprecher des Bistums am Donnerstag. Das Haus versteht sich als Wohngemeinschaft für Suchtkranke und ehemalige Häftlinge. Der Geistliche war im April dieses Jahres in den Ruhestand versetzt worden, nachdem er eingeräumt hatte, 1978 sexuellen Kontakt mit einer Ministrantin gehabt zu haben.

Nähere Details wurden nicht bekannt. Zudem erlaubt die Bistumsleitung dem Priester, in der Pfarreiengemeinschaft “Sieben Sterne“ im Hammelburger Land aushilfsweise Gottesdienste zu feiern. “Das wird eine gelegentliche Aushilfstätigkeit sein, die nicht an einen festen Ort gebunden ist“, betonte der Sprecher. Man habe den Rahmen bewusst sehr eng gesteckt. Schwerpunkt der Arbeit des Priesters sei der Emmaushof. Die Übernahme einer eigenen Gemeinde sei für den Geistlichen nicht mehr möglich, teilte das Bistum mit und verwies auf die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker. Der Pfarrer habe sich nach seiner Selbstanzeige zu einer “intensiven psychologischen sowie spirituellen Begleitung“ entschlossen und dabei “Einsicht und Reue“ gezeigt, heißt es in der Erklärung der Diözese.

dpa

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