Missbrauch: Werden Täter bald zwangs-umgesiedelt?

München - Opfer von Missbrauch oder Gewalt sollen nach dem Willen von Bayern und Sachsen nicht mehr in der Nähe ihrer Peiniger wohnen müssen.

Die Gerichte sollen die Möglichkeit bekommen, dem Täter einen anderen Wohnort mit sicherem Mindestabstand zum Opfer vorzuschreiben - auch wenn keine Wiederholungsgefahr besteht. Für die Verbrechensopfer könne die Nähe zum Täter eine unerträgliche Belastung sein, erklärte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). „Jedes Mal, wenn das Opfer das Haus verlässt, muss es befürchten, mit seinem Peiniger zusammen zu treffen.“

Merk will das gemeinsam mit ihrem sächsischen Amtskollegen Jürgen Martens (FDP) bei der Justizministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag in Wiesbaden ansprechen. Bayern und Sachsen wollten ein „effektives Distanzgebot“ für den Täter ermöglichen.

Solche Fälle hat es in den vergangenen Jahren mehrfach gegeben, vor allem auf dem Land. So hatte es etwa im Frühjahr in Kühlenthal im Kreis Augsburg Proteste gegeben, weil ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann dort nach seiner Haftentlassung in die Gemeinde zurückgekehrt war - wo er weniger als hundert Meter von seinem Opfer entfernt wohnte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann greift Frau und Tochter an und bedroht Passanten mit Waffe - Täter auf der Flucht
Ein Mann (50) soll in Nürnberg zuerst seine Familie angegriffen und dann Passanten bedroht haben. Danach flüchtete er. Eine großangelegte Fahndung blieb erfolglos.
Mann greift Frau und Tochter an und bedroht Passanten mit Waffe - Täter auf der Flucht
Hitzewelle im Anmarsch - Rekordtemperaturen für kommende Woche angesagt
Ein Ende des Sommers ist nicht in Sicht. Am Wochenende noch viel Regen in Bayern, aber ab nächster Woche rollt die Hitzewelle mit Rekordtemperaturen ins Land.
Hitzewelle im Anmarsch - Rekordtemperaturen für kommende Woche angesagt
„Brutal und sinnlos“: Fischertag in Memmingen in der Kritik
Bei ihrem traditionellen Fischertag haben sich am Samstagmorgen genau 1188 Memminger auf die Jagd nach Forellen gemacht.
„Brutal und sinnlos“: Fischertag in Memmingen in der Kritik
Dorf-Bewohnerin dreht frivole Filme und sorgt damit für Skandal im Bayerwald
Eine junge Frau verdient ihr Geld mit schlüpfrigen Filmchen im Netz. Das sorgt im katholisch geprägten Bayerwald für Aufsehen.
Dorf-Bewohnerin dreht frivole Filme und sorgt damit für Skandal im Bayerwald

Kommentare