Missbrauch: Werden Täter bald zwangs-umgesiedelt?

München - Opfer von Missbrauch oder Gewalt sollen nach dem Willen von Bayern und Sachsen nicht mehr in der Nähe ihrer Peiniger wohnen müssen.

Die Gerichte sollen die Möglichkeit bekommen, dem Täter einen anderen Wohnort mit sicherem Mindestabstand zum Opfer vorzuschreiben - auch wenn keine Wiederholungsgefahr besteht. Für die Verbrechensopfer könne die Nähe zum Täter eine unerträgliche Belastung sein, erklärte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). „Jedes Mal, wenn das Opfer das Haus verlässt, muss es befürchten, mit seinem Peiniger zusammen zu treffen.“

Merk will das gemeinsam mit ihrem sächsischen Amtskollegen Jürgen Martens (FDP) bei der Justizministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag in Wiesbaden ansprechen. Bayern und Sachsen wollten ein „effektives Distanzgebot“ für den Täter ermöglichen.

Solche Fälle hat es in den vergangenen Jahren mehrfach gegeben, vor allem auf dem Land. So hatte es etwa im Frühjahr in Kühlenthal im Kreis Augsburg Proteste gegeben, weil ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann dort nach seiner Haftentlassung in die Gemeinde zurückgekehrt war - wo er weniger als hundert Meter von seinem Opfer entfernt wohnte.

dpa

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