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Früher Schülerheim, heute Bestandteil des Pfarrzentrums in Ausgburg/Herrenbach: der Salesianerorden Don Bosco.

Missbrauchs-Skandal erreicht Bayern

München -  Immer mehr Details im Skandal um Missbrauchsfälle in katholischen Kircheneinrichtungen kommen ans Licht. Nun stehen auch zwei ehemalige Heime in Bayern unter Verdacht.

Es ist die Rede von mindestens sechs Institutionen in Deutschland. Aktuell im Fokus: zwei ehemalige Heime der Salesianer Don Boscos — eines davon in Augsburg, Stadtteil Herrenbach. Dort wird nun anhand einer Briefes wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Das Schreiben erhielt Josef Grünner, deutscher Provinzial der Salesianer Don Boscos am Donnerstag vor zwei Wochen aus dem Ausland. Absender: ein ehemaliger Schüler des von 1964 bis 1977 existierenden Heimes in Herrenbach.

Sein Vorwurf: Er sei von einem Pater Anfang bis Mitte der 60er-Jahre sexuell genötigt worden. Gabriele Merk-Horstmann. Einer Sprecherin der Salesianer zufolge ist der Verdächtige ein Praktikant gewesen, der den Orden aber bereits 1966 verlassen hat. Kontakt zu dem Mann bestehe seit dessen Weggang nicht mehr.

Ähnlich schwere Vorwürfe gibt es auch gegenüber dem Jesuiten-Orden sowie dem Maristen-Internat im schwäbischen Mindelheim. Dort habe ein Erzieher den 13 bis 15 Jahre alten Jungen im Zimmer Weinbrand eingeflößt — um die Jugendlichen anschließend sexuell zu missbrauchen. Das geschah vor 25 Jahren. Nicht zuletzt hat sich am Wochenende der Neusäßer Kreisrat und Rechtsanwalt Bernhard Hannemann zu Wort gemeldet. Auch er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Jesuiten: Als Schulsprecher habe er sich einst gegen sexuelle Erniedrigung in dem von ihm bewohnten Internat gewehrt. Auf seiner Schule im nordrhein-westfälischen Bad Godesberg hätten die Jesuiten von ihren Zöglingen verlangt, stets nackt zum Duschen zu laufen – der Bademantel habe nur über den Arm gehängt werden dürfen.

Einen Grund für die absonderliche Vorschrift habe keiner der Verantwortlichen nennen können, so der Neusäßer Rechtsanwalt. Deshalb habe er sich in seiner Eigenschaft als Schülersprecher darüber ganz offiziell bei der Leitung des Jesuitenkollegs beschwert – und sei dafür – kurz vor dem Abitur – von der Schule gefeuert worden.

tz

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