Missbrauchsfälle: Bayerns Bischöfe ziehen Bilanz

Freising - Die Missbrauchsaffäre bleibt ein großes Thema in der katholischen Kirche. Bayerns Bischöfe wollen nun eine vorläufige Bilanz zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen ziehen.

Bei ihrer zweitägigen Herbstvollversammlung in Freising, die an diesem Mittwoch beginnt, wollen die Oberhirten auch Ansätze für eine bessere Prävention erörtern. Missbrauchsfälle waren unter anderem im Benediktinerkloster Ettal, aber auch in anderen kirchlichen Einrichtungen bekanntgeworden.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Weitere Themen des Treffens im Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger Domberg sind die katholische Hochschullandschaft und die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID), wie das Erzbischöfliche Ordinariat in München am Dienstag mitteilte. Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und können aussortiert werden. Fehl- und Totgeburten oder die Geburt eines schwer kranken Kindes sollen so verhindert werden.

Die Bischöfe wollen sich auch über das Verhältnis von Staat und Kirche austauschen. Als erster katholischer Bischof hatte der Regensburger Oberhirte Gerhard Ludwig Müller im August eine Neuregelung der Bischofsbezahlung ins Gespräch gebracht. Seit der Säkularisation von 1803 sei die Dotierung der Bischöfe ein ungelöstes Problem, hatte Müller in Interviews gesagt. “Es sieht so aus, als würden wir vom Staat bezahlt. In Wirklichkeit handelt es sich nur um die Renditen aus den enteigneten Kirchengütern.“ Ihm gehe es in erster Linie um die Freiheit der Kirche, hatte Müller betont.

Unterstützung bekam er damals von Prälat Lorenz Wolf, dem Leiter des Katholischen Büros Bayern. “Wir müssen uns immer fragen: Wo kann man die Beziehungen von Kirche und Staat entflechten. Und das hat auch Bischof Müller getan“, hatte Wolf erklärt. “Wir werden mit dem Staat verhandeln, um die Besoldung neu zu regeln. Weil es so aussieht, als würde der Staat die Bischöfe als Beamte bezahlen, bin ich da dran. Damit man das aus dem Konkordat rauskriegt.“ Im Konkordat sind die Beziehungen zwischen dem Freistaat Bayern und dem Vatikan geregelt.

dpa

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