Missbrauch: Bistum Eichstätt arbeitet Fälle auf

Eichstätt - Das Bistum Eichstätt arbeitet seine Missbrauchsfälle von katholischen Priestern an Kindern auf. Außerdem informiert Generalvikar Isidor Vollnhals über Vorsorgemaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch.

Das Bistum Eichstätt arbeitet seine Fälle des sexuellen Missbrauchs von katholischen Priestern an Kindern und Jugendlichen auf. “Die Pflicht zur Aufarbeitung hat keine Verjährungsfrist, die Aufgabe der Prävention kein Ablaufdatum“, schrieb Generalvikar Isidor Vollnhals am Donnerstag an die Mitarbeiter der bayerischen Diözese. Der Stellvertreter von Bischof Gregor Maria Hanke informierte in dem Schreiben über die Vorsorgemaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch und die Umsetzung der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zu dem Thema.

Anfang des Jahres waren bundesweit erschütternde Fälle des sexuellen Missbrauchs an jungen Menschen in kirchlichen Einrichtungen bekanntgeworden, darunter viele Internatsschulen. In zahlreichen Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Andere Fälle sind bereits strafrechtlich verjährt.

Auch im Bistum Eichstätt gaben Menschen an, in ihrer Kindheit oder Jugend von Priestern sexuell missbraucht oder misshandelt worden zu sein. Die Vorwürfe umfassen die Zeit von 1945 bis in die 1990er Jahre, wie das Ordinariat mitteilte. Zumeist hätten sich die Betroffenen beim unabhängigen Ansprechpartner der Diözese, einem Arzt und Psychotherapeuten, gemeldet. Die Anschuldigungen richten sich gegen sechs Diözesanpriester und einen Ordensgeistlichen. In fünf Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, in einem Fall kam es zu einer Verurteilung, vier Fälle sind verjährt. Zwei der beschuldigten Priester leben nicht mehr, drei sind nicht mehr im aktiven Dienst. Bei den beiden übrigen Geistlichen - sie sind noch in der Seelsorge tätig - beziehen sich die Vorwürfe auf deren Jugendzeit, als sie also noch nicht zu Priestern geweiht waren. Es gehe bei ihnen um jeweils einen Fall, erläuterte das Bistum.

“Jeder Fall ist anders, jeder Fall erfordert individuelle Aufarbeitung, jeder Fall braucht seine Zeit des Gesprächs mit den Beteiligten, der Klärung und der Zuwendung“, schrieb der Generalvikar an die Mitarbeiter. “Diese Zeit haben wir uns genommen. Wo immer allerdings sich Handlungsbedarf gezeigt hat, wurde ohne Verzögerung reagiert.“ Wenn gewünscht, habe es Begegnungen mit Vertretern der Diözese oder des Ordens gegeben. Vollnhals kündigte ein umfassendes Präventionskonzept für das Bistum an. “Dabei werden wir auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit externen Fachdiensten in den Blick nehmen.“

dpa

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