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Der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Theo Paul (l), und der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, geben gemeinsam in Osnabrück eine Pressekonferenz zu den Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche (Symbolfoto).

Bei Missbrauchsopfern entschuldigt

Koblenz/München - Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat erneut die Opfer von Missbrauch um Entschuldigung gebeten. Die DOK überarbeitet derzeit die Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen.

Der Dachverband der Orden hat die Opfer von sexuellem Missbrauch in katholischen Einrichtungen erneut um Entschuldigung gebeten. Zum Abschluss einer viertägigen Mitgliederversammlung in Vallendar (Rheinland-Pfalz) wiederholte der neu gewählte Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Abt Hermann-Josef Kugler, am Mittwoch diese Bitte des Vorstands vom Februar.

Zuvor hatte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Trierer Bischof Stephan Ackermann, die 250 Ordensoberen hinter verschlossenen Türen über die Überarbeitung der Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen informiert.

Auch in Bayern wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche teils lange zurückliegende Fälle von sexuellem Missbrauch und Misshandlungen in Klöstern bekannt, darunter die Benediktinerabtei in Ettal. Die DBK will die Leitlinien von 2002 neu fassen. Dabei geht es auch um die künftige Zusammenarbeit von kirchlichen Einrichtungen mit Strafverfolgungsbehörden.

Täterschutz hatte in der Vergangenheit Vorrang

Die Kirche hat in der Vergangenheit mit Blick auf den Täter- und den Opferschutz bei Anzeigen zurückhaltend gehandelt. Kritiker sprechen von Vertuschen und Verheimlichen. Auch bei der viertägigen DOK-Versammlung stand der Missbrauch im Fokus. Unter den Orden habe sich ein “Perspektivwechsel“ vollzogen, sagte Abt Kugler laut Mitteilung. “Der erste Blick gilt nun dem Opfer und den Angehörigen sowie dem Opferschutz.“ Deutschlandweit verbreitete Orden wie die Jesuiten oder Salesianer Don Boscos klären diese Fälle oftmals unabhängig von den Bistümern auf.

Die Pläne für eine “Koordinierungskommission“ waren zwischen der Bischofs- und der Ordensobernkonferenz einstimmig angenommen worden. Nicht nur bei der Aufklärung und Prävention von Missbrauchsfällen, sondern etwa auch im Arbeitsrecht wollen die beiden Gremien kooperieren. Die DBK muss aber noch darüber abstimmen.

Die Ordensobernkonferenz ist 2006 aus drei Vereinigungen der Priester-, Schwestern- und Brüderorden entstanden. Sie vertritt die Interessen der Orden in Deutschland mit 22 000 Frauen und 5000 Männern. Das Generalsekretariat ist das Haus der Orden in Bonn.

Kirchliche Missbrauchs-Hotline

Derweil teilte das Trierer Bistum mit, dass bei der bundesweiten Missbrauchs-Hotline der katholischen Kirche bislang mehr als 2500 Gespräche geführt worden. Rund zweieinhalb Monate nach der Schaltung dieses Angebots habe die Nachfrage jedoch stark nachgelassen, hieß es von der bischöflichen Pressestelle. Täglich würden nur noch zehn bis 20 Gespräche geführt, sagte der Leiter der Hotline, Andreas Zimmer. In der ersten Woche hatte es fast 400 Telefonate gegeben. Insgesamt wurden mehr als 21 000 Anrufversuche registriert - viele von ihnen seien jedoch vor allem zuletzt nicht ernst gemeint gewesen.

Die kostenlose Telefonberatung unter der Nummer 0800-1201000 soll Opfern sexueller Übergriffe in katholischen Einrichtungen eine Anlaufstelle bieten.

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