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Kann der Angeklagte des Kindesmissbrauchs nicht schuldig gemacht werden?

Adoptivsohn missbraucht: War Opfer schon älter?

München - Ein 39-Jähriger gestand vor Gericht den Sex mit seinem angeblichen Adoptivsohn. Doch nun könnte es eine Wende im Prozess geben. Der Junge benutzte einen falschen Pass.

Im Prozess um den angeblichen sexuelles Missbrauch eines Jungen durch seinen Adoptivvater sind am Montag Widersprüche aufgetaucht. Der des schweren Kindesmissbrauch in 80 Fällen vor dem Münchner Landgericht Angeklagte bestreitet, dass er den Jungen aus der Republik Trinidad und Tobago adoptiert habe.

Zudem sei dieser bereits über 14 Jahre alt gewesen, als es zum Sex zwischen ihm und dem Angeklagten kam. In diesem Fall hätte sich der 39-Jährige des Kindesmissbrauchs nicht schuldig gemacht. Dass es zu sexuellen Handlungen zwischen beiden kam, hatte er zu Prozessbeginn eingeräumt.

Der Schüler ist in dem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört worden. Einem Verfahrensbeteiligten zufolge hat der Zeuge bei der Klärung der Frage des Alters bislang allerdings nicht geholfen.

Der Junge ist nach Angaben des Angeklagten der Sohn von Freunden und mit Zustimmung der Eltern auf eigenen Wunsch zu ihm nach Deutschland gekommen. Dabei habe er den Ausweis seines jüngeren Bruders verwendet. Dass der Junge von ihm adoptiert worden sei, wie die Staatsanwaltschaft annimmt, bestreitet der beschuldigte Barbesitzer. Er gibt sexuelle Handlungen zwar zu, habe seinen jungen Gast dazu aber nicht genötigt und schon gar nicht Gewalt angewendet.

Gegen den 39-Jährigen kamen die Ermittlungen in Gang, als der Jugendliche im April 2011 nach einem Streit mit seinem Gastgeber zur Polizei ging. Von seinen damaligen massiven Beschuldigungen ist er offenbar inzwischen aber abgerückt. Der Prozess dauert an.

dpa

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