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Das Kloster St. Ottilien.

Missbrauchsverdacht auch in St. Ottilien

St. Ottilien - Das Kloster St. Ottilien sieht sich mit dem anonymen Vorwurf sexuellen Missbrauchs gegen einen Mitbruder konfrontiert.

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Demnach soll es in den 1960er und 1970er Jahren zu missbräuchlichen Handlungen im damaligen Seminar gekommen sein, wie die Erzabtei der Missionsbenediktiner auf ihrer Internetseite mitteilt. Eine Zeitung hatte das Kloster im Kreis Landsberg am Mittwochmittag über die Anschuldigungen gegen einen Benediktiner informiert.

„Dem Erzabt ist die Kaffeetasse aus der Hand gefallen, als er davon erfahren hat“, so ein Sprecher des Klosters. Sofort habe man den Mitbruder von seinen derzeitigen Aufgaben entbunden, so der Sprecher. Der Verdächtige ist Anfang der 90er Jahre in den Ruhestand gegangen und lebe nicht mehr im Kloster, aber in der Nähe.

Der ehemalige Präfekt soll Schüler beim Duschen fotografiert haben. Bei einem Spiel namens „ägyptische Mumie“ hätten sich Buben nackt auf einen Stuhl stellen und mit Klopapier einwickeln müssen. Auch die Diözeseanleitung in Augsburg sei benachrichtigt worden, nachdem die Diözese Träger der Schule ist.

Derzeit würden die Vorwürfe von externen Psychologen und Juristen „gemäß den Leitlinien der Deutschen Ordensobernkonferenz“ geprüft. Die Öffentlichkeit werde laufend über den Sachstand unterrichtet. Noch am Mittwochvormittag hatte Erzabt Jeremias Schröder gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass der Orden aufgrund der anhaltenden Berichterstattung über Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen vorsorglich seine Archive durchforscht habe.

Auch mit ehemaligen Schülern sei gesprochen worden, ob es im Gymnasium, Internat oder Tagesheim Fälle gegeben habe. „Wir haben nichts entdeckt, was als sexueller Missbrauch gewertet werden kann“, sagte Schröder. Bis zum 23. Februar seien keine Opfer bekannt gewesen.

Nach übereinstimmenden Äußerungen ehemaliger Schüler sei schon früher von der Klosterleitung auf einen Verdacht hin rigoros reagiert worden, betonte der Erzabt. So habe der Orden in den 60er Jahren einen Klosterangehörigen noch während des laufenden Schuljahrs aus der Betreuung der Schüler abgezogen. Innerhalb kurzer Zeit habe dieser das Kloster und die Ordensgemeinschaft verlassen.

fla

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